Negative Gefühle

Ich bin wütend – woher kommt die Wut im Bauch?

Wut ist eine heftige Emotion, die uns zu unbedachten Handlungen verführen kann. Oft wird Wut unterdrückt, was jedoch die ursprünglichen Probleme nicht lösen kann. In diesem Ratgeber erfährst du mehr über Wut, wo sie herkommt und wie du am besten damit umgehst.

Ein Hund mit Wut und Einhorn-Stirnband
Wut kann schnell überwältigend wirken. Wir zeigen dir, wie du deine Gefühle in Positives umwandeln kannst. Foto: iStock/Firn

Was ist Wut?

Als Wut oder Rage wird eine Emotion bezeichnet, die Zorn und Ärger ähnlich ist, jedoch wesentlich stärker empfunden wird. In einem wütenden Zustand handeln Personen oft sehr unbedacht und aggressiv. Das lateinische Wort „Furor“ für dieses Gefühl bedeutet so viel wie Rage, Leidenschaft, Raserei und Wahnsinn. Dein Körper reagiert bei Wut mit einer hohen Alarmbereitschaft. Es werden die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Dein Blutdruck und die Frequenz deiner Herzschläge steigen.

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Auslöser für die Wut können Beleidigungen und Kränkungen sein, wenn du dich aus irgendeinem Grund zurückgesetzt oder bloßgestellt fühlst. Auch Hunger kann wütend machen. Im Gehirn reagiert das limbische System auf diese Reize, wenn sie als starke Gefährdung eingestuft werden. Es schaltet die sonst vorherrschende, langsamere Reaktion der Großhirnrinde aus und lässt die schnellere Amygdala ans Steuer. Der Hypothalamus wird aktiviert und du kannst in diesem Moment deine Reaktionen kaum noch willentlich steuern.

Ich bin so wütend: Was kann ich tun?

Zuerst kommt es darauf an, was mit dir passiert, wenn du wütend bist. Richtet sich deine Wut nach außen und zerstörst du Dinge oder verletzt du sogar andere Personen? Oder schadet dir deine unterdrückte Wut, weil sie sich nach innen und somit gegen dich selbst richtet? Im ersten Fall könnte dir ein Anti-Aggressions-Training helfen, bei dem du lernst, die Wut in ungefährliche Bahnen zu lenken. Im zweiten Fall solltest du ebenfalls nach anderen Strategien suchen, damit du dich besser fühlen kannst.

Tipps zum Verhalten:

  • Ein guter Tipp ist es, beim Aufkommen von starker Wut innerlich langsam bis zehn zu zählen. Negative Gefühle haben sich dann oft etwas beruhigt und du kannst wieder klarer denken.

  • Bei unterdrückter Wut können Sport, laute Musik und Atemübungen helfen. Dabei werden die Stresshormone im Körper abgebaut und du wirst dich bald besser fühlen.

  • Vielleicht probierst du Meditation oder Sportarten wie Yoga, Qi-Gong und Tai-Chi aus, welche eine innere Ausgeglichenheit unterstützen.

  • Wenn das alles nicht reicht, ist möglicherweise professionelle Hilfe angebracht. Suche dir eine kompetente Beratung, die sich mit diesem Thema gut auskennt.

Wie kannst du deine Wut rauslassen?

Manche Menschen denken, es ist gut, wenn sie ihre Wut herauslassen. Sie suchen sich dann etwas zum Abreagieren und zerstören Gegenstände, die nicht mehr benötigt werden oder brüllen ihre wütenden Gefühle laut aus sich heraus. Diese Tipps sehen Psychologen kritisch. Wenn dieses Verhalten in Verbindung mit gewalttätigen Aktivitäten geschieht, kann es zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung für dein Leben führen. Du würdest damit dein Gehirn darauf trainieren, bei Wut aggressiv zu reagieren. Um der Wut und deinem Ärger freien Lauf zu lassen, kannst du sie in nützliche Energie umwandeln. Das geht ideal bei Sport, der dich an deine Leistungsgrenzen bringt. Auch Tanzen, Gartenarbeiten oder Hausarbeit können dein Stresslevel auf natürliche Art und Weise wieder senken und dir so eine Hilfe bei der Bewältigung von Zorn und Ärger bieten.

Wut oder Rage hilft allerdings manchmal auch, um eine kritische Situation zu überwinden. Wenn beispielsweise deine Grenzen verletzt wurden oder dein Gegenüber dich schlecht behandelt, ist es möglich, dass bei dir Wut entsteht. Sie hilft dir, dich zu verteidigen und der anderen Person zu zeigen, dass sie zu weit gegangen ist. In einer echten Gefahrensituation kann die starke Intensität deiner Wut dich vor einem körperlichen Kampf bewahren, wenn deine Reaktion und dein Gesichtsausdruck den Gegner erschrecken. Sollte sich der Kampf nicht vermeiden lassen, kann dir deine Wut ungeahnte Kräfte verleihen.

Auch unsere Coaches sind geschult darin, dir Tipps und Tricks zugeben, wie du deine Wut produktiv rauslassen kannst. Vereinbare jetzt dein kostenloses Gespräch.

Wohin mit meiner Wut bei Kindern?

Der Umgang mit Wut bei Kindern ist für viele Menschen besonders problematisch. Einerseits möchtest du immer liebevoll mit den Kleinen umgehen. Andererseits können Kinder ihre Eltern manchmal sehr ärgern und lassen sich einfach nicht auf Kompromisse ein. Bestimmte Situationen eskalieren dann und du wirst schrecklich wütend. Hat sich das Kind beispielsweise bewusst in eine Gefahr begeben oder anderen Menschen geschadet, solltest du deiner Enttäuschung über dieses Verhalten durchaus Ausdruck verleihen. Dazu musst du nicht laut schreien oder aggressiv werden. Dem Kind kann es jedoch helfen, wenn es merkt, dass du wütend und in Rage bist und wenn du ihm dazu auch die Gründe erklärst. Versuche dabei nicht, dieses Gefühl mit der Bezeichnung für Traurigkeit oder Angst zu verschleiern. Kinder sind sehr sensibel und können Emotionen gut erkennen. Mit einem klaren Standpunkt können sie besser umgehen und die Situation einordnen.

Falls es dir passiert, dass du deine Wut gegenüber den Kindern nicht im Griff hast, solltest du den Umgang mit Deiner Wut trainieren. Das ist wichtig, damit deine Kinder nicht das Vertrauen in dich verlieren. Falls möglich, verlasse die Situation und laufe ein Stück oder atme mehrmals tief durch. Schließe dich ein paar Minuten im Bad ein, bis sich dein Puls wieder beruhigt hat. Wenn das alles nicht möglich ist oder funktioniert, solltest du dir professionelle Hilfe suchen.

Welches Gefühl steckt hinter Wut?

Warum bin ich wütend? Auslöser für Wut können verschiedene Gefühle sein:

  • Enttäuschung

  • Hilflosigkeit

  • Angst

  • Trauer

  • Hunger

Meist ist es so, dass du dich einfach nicht mit der aktuellen Situation abfinden willst. Sie erscheint dir ungerecht oder gefährlich. Am stärksten wirken dabei Enttäuschung und Hilflosigkeit. Wenn du die gefühlte Macht über dein Leben oder über deine Umgebung verlierst, kann das sehr wütend machen. Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen und diesen Zustand nicht ändern können, werden in der Regel wütend. Enttäuschungen über gebrochene Versprechen oder nicht erfüllte Erwartungen können diese Emotion und negative Gefühle ebenfalls hervorrufen.

Beim Umgang mit deiner Wut kann es helfen, nach den Ursachen zu forschen. Wenn du besser weißt, wann du wütend wirst, lassen sich Präventionsprogramme als Hilfe aufbauen. Du könntest beispielsweise diese Situationen meiden, wenn sie für dich nicht wichtig sind. Falls das nicht geht, wäre es gut, die Konflikte aufzuarbeiten. Sprich mit den Personen, die dich wütend machen und sucht gemeinsam nach einer Lösung für die Probleme. Mit jedem Fall, den du auflösen kannst, wirst du dich sicherer fühlen. Das unterstützt dich später dabei, kontrollierter mit deiner Wut umzugehen oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

Wut abbauen: Unsere Berater:innen helfen

Wenn du es nicht selbst schaffst, deine Wut abzubauen, kannst du dir professionelle Hilfe holen. Unsere Berater:innen kennen sich mit diesem Thema bestens aus und stehen dir gerne mit ihrer Kompetenz zur Seite. Sie helfen dir dabei, die Gründe für deine Wut zu analysieren und geben dir Tipps zur Bewältigung kritischer Situationen. Die Gefühle Zorn und Ärger werden dann nicht mehr dein Leben beherrschen, sondern können in positive Energie gewandelt werden. Vereinbare am besten gleich jetzt einen Termin für eine Beratung!