Mitgefühl

Was ist Empathie?

In der heutigen Gesellschaft scheint es immer wichtiger zu werden, die Gefühle anderer Menschen besser zu verstehen und häufig taucht in dem Zusammenhang das Wort „Empathie“ auf. Aber was ist Empathie eigentlich, lässt es sich trainieren und was ist das Gegenteil davon?

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Empathische Menschen erkennen die Gefühle anderer Menschen besonders schnell. Foto: iStock/Ponomariova_Maria

Empathie: Gefühle anderer Menschen verstehen

Der Begriff Empathie beschreibt die besondere Fähigkeit, die Gefühlslage anderer Menschen zu verstehen. Der Begriff „Empathie“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „empatheia“ und „pathos“ zusammen, was übersetzt "Mitgefühl" bedeutet. Somit kann man Empathie als Gabe sehen, um in die Gedanken und Gefühlswelt anderer Menschen einzutauchen.

Die Begriffe „Empathie“ und „Einfühlungsvermögen“ werden oft synonym verwendet, sind aber nicht dasselbe. Während Empathie die Fähigkeit ist, die Gefühle und Perspektiven anderer Menschen zu verstehen, bezeichnet Einfühlungsvermögen die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen.

Die drei Arten der Empathie

Bei Empathie kann man zwischen drei Arten unterscheiden:

  1. Kognitive Empathie: Die kognitive Empathie ist die Fähigkeit, die Gedanken und Perspektiven anderer Personen zu begreifen, während du emotional distanziert bleibst.

  2. Soziale Empathie: Ein sozial empathischer Mensch dagegen versteht nicht nur Emotionen anderer, sondern fühlt auch einen Anteil von ihnen.

  3. Affektive Empathie: Die affektive Empathie zeichnet sich dadurch aus, dass du die Gefühle anderer Menschen nicht nur verstehst, sondern sie ebenfalls empfindest.

Empathisch oder hochsensibel?

Menschen, die besonders empathisch sind, gelten als hochsensibel. Sie sind sehr feinfühlige und intuitiv-wissende Wesen. Sie spüren die Energien, die uns umgeben. Sie sind außerdem sehr sensitiv für die energetischen Schwingungen der anderen Menschen und Tieren. Das ist eine außergewöhnliche Fähigkeit, aber auch eine große Bürde, weil diese Menschen jeden Tag einer Vielzahl von Emotionen ausgesetzt sind.

Test: Bist du ein empathischer Mensch?

Fragst du dich, ob du zu den affektiven Personen gehörst, also sehr empathisch bist? Dann stellst du dies in einem kleinen Empathie-Test fest: 

  1. Bist du sehr empfänglich für die Energien und Emotionen anderer?

  2. Hast du Schwierigkeiten, dich in großen Gruppen oder in Umgebungen mit viel Lärm und Aktivität aufzuhalten?

  3. Ist deine Hilfsbereitschaft stark ausgeprägt?

  4. Hast du schon öfter zuliebe zwischenmenschlicher Beziehungen deine eigenen Bedürfnisse ignoriert?

Wenn du alle vier Fragen mit Ja beantwortest, könntest du ein sehr empathischer Mensch sein. Der beste Weg, um das mit Sicherheit herauszufinden, ist der Kontakt mit unseren Berater:innen. Versteh im Detail, was die Frage ‚Was ist Empathie‘ für dich bedeutet. Dadurch lernst du, wie du deine speziellen Fähigkeiten genießt. Deine Mitmenschen nutzen dich jedoch nicht mehr so einfach aus, weil du erfährst, wie du dich in solchen Situationen in Zukunft verhalten kannst.

Verwechslungsgefahr: Empathie, Sympathie und Mitleid

Um die Frage ‚Was ist Empathie‘ zu beantworten, solltest du auch den Hauptunterschied zwischen Empathie, Sympathie und Mitleid kennen. Mitleid drückt Bedauern oder sogar Erbarmen gegenüber deinem Gegenüber aus. Empathie wird im Allgemeinen als eine positivere Emotion betrachtet, weil sie eine Verbindung mit einer anderen Person bedeutet. Mitleid wird als negativer angesehen, da es auf Herablassung oder mangelndes Verständnis hindeuten kann. Sympathie unterscheidet sich durch das tiefere Gefühl der Verbundenheit mit der betroffenen Person.

Menschen, die empathisch sind, werden häufig als liebevoll und mitfühlend beschrieben. Sie können fantastisch zuhören und nehmen Anteil am Schicksal anderer. Da sie ihre eigenen Gefühle sehr gut wahrnehmen, können sie auch gut darauf eingehen, was andere empfinden. Dies macht sie zu guten Freund:innen und Partner:innen. Mit ihrem prosozialen Verhalten finden sie sich gut in der Gesellschaft zurecht und haben ein hervorragendes Gespür dafür, was andere Menschen gerade denken oder fühlen. Deshalb gelingt es ihnen meist sehr gut, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Empathische Menschen sind geduldig und neigen dazu, anderen Menschen zuzuhören und ihnen Zeit zu lassen, die eigene Gedanken- und Gefühlswelt auszudrücken. Dank emotionaler Empathie sind sie sehr hilfsbereit.

Kann man Empathie erlernen?

Obwohl Empathie eine angeborene Fähigkeit ist, lässt sie sich durch Training verbessern. Menschen, die weniger empathisch sind, können ihr Einfühlungsvermögen durch Übungen und Meditationen steigern. Auch das Zusammensein mit anderen Menschen und das Beobachten von sozialen Situationen kann helfen, empathischer zu werden. So kannst du Empathie lernen:

  1. Zuhören: Nimm dir Zeit für andere Menschen und höre ihnen aufmerksam zu. Versuche, dich in die Lage des anderen zu versetzen und zu verstehen, was dieser gerade fühlt oder denkt.

  2. Beobachten: Beobachte soziale Situationen und versuche, die Gedanken und Gefühle der Beteiligten nachzuvollziehen.

  3. Kommunizieren: Übe die Kommunikation mit anderen Menschen und beobachte ihre Reaktion. Auf diese Weise verbesserst du dein Einfühlungsvermögen und verstehst die Gedanken und Gefühlswelt anderer besser.

  4. Körpersprache: Achte auf die Gestik/Mimik anderer Menschen und versuche, diese zu deuten. So siehst du, welche Gestik und Mimik in verschiedenen Situationen verwendet wird.

  5. Emotionale Intelligenz: Lerne, deine eigenen Emotionen sowie die der anderen wahrzunehmen und zu verstehen. Empathie spielt eine wichtige Rolle, damit du zwischenmenschliche Beziehungen aufbaust. Sie ist auch sehr hilfreich, wenn es darum geht, anderen Menschen beizustehen und sie zu unterstützen.

Ekpathie: Das Gegenteil von Empathie

Ekpathie ist das Gegenteil von Empathie. Während Empathie die Fähigkeit ist, sich in die Gedanken und Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen, bedeutet Ekpathie eine geringe Anteilnahme. Ekpathische Menschen neigen dazu, die eigenen Bedürfnisse zuerst zu sehen. Aufgrund dieser Eigenschaft wirken sie häufig kalt.

Ekpathie weist aber auch Vorteile auf, da sich diese Art von Menschen nur schwer manipulieren und beeinflussen lässt. Besonders für den beruflichen Erfolg ist diese Eigenschaft vorteilhaft, da du rationale Entscheidungen treffen kannst. Es ist im Arbeitsumfeld auch ein Selbstschutz, zum Beispiel wenn du deinen überarbeiteten Kollegen nicht die Arbeit abnimmst, obwohl du selbst noch viel zu tun hast.

Deshalb solltest du als besonders empathischer Mensch überlegen, ob du dir nicht eine gewisse Portion an Ekpathie in solchen Lebensbereichen antrainieren möchtest. Viele belastende Situationen im Arbeitsumfeld werden so vermieden und führen zu einem glücklicheren Leben zu Hause.

Unsere Berater:innen helfen dir, indem sie dir die Werkzeuge und Ressourcen an die Hand geben, die du brauchst, um zufriedener im Leben zu sein. Die Fähigkeit der Empathie kann sowohl in persönlichen Beziehungen als auch im beruflichen Umfeld, in dem wir vielleicht mit Kund:innen oder Klient:innen interagieren müssen, von großem Nutzen sein.