Trennung und Scheidung

Trennung mit Kind: so meisterst du die schwierige Situation

Das Beziehungsaus – egal ob verheiratet oder nicht – ist für beide Seiten in der Regel nicht besonders angenehm. Eine Trennung mit Kind ist jedoch noch komplizierter, erfordert viel Feingefühl und umfasst auch rechtliche wie finanzielle Faktoren. Von Unterhalt bis Seelsorge: Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Fakten

trennung mit kind
Eine Trennung mit Kind ist nie leicht. Foto: iStock/Prostock-Studio

Trennung mit Kind: die ersten Schritte

Die Liebe ist erloschen, Streit gehört zum Alltag und du siehst keinen Sinn mehr in deiner Partnerschaft oder Ehe? Am liebsten würdest du deine Sachen packen und deinen Mann oder deine Frau verlassen – doch die gemeinsamen Kinder halten dich davon ab? Dann bist du nicht alleine: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2020 alleine in Deutschland rund 143.800 Ehen geschieden. Und natürlich trennen sich auch viele unverheiratete Paare.

Für Kinder ist es nicht leicht, wenn die Eltern sich plötzlich trennen – doch ihnen etwas vorzuspielen oder täglich ständig aneinander zu geraten, ist auch keine Lösung.

Geschiedene oder getrennte Eltern sind deshalb heute keine Seltenheit mehr. Schließlich ist es normal, dass Menschen sich auseinanderleben, andere Zukunftspläne entwickeln oder sich neu verlieben. All das lässt sich schwer vorhersehen – doch es kann nun mal passieren. Aber wie geht man nun also am besten bei einer Trennung mit Kind vor?

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Das ist bei einer Trennung mit Kind wichtig

Eine Trennung, vor allem mit Kind für die ganze Familie schwer. Doch einiges können Eltern trotzdem tun, um sich und dem Kind den Prozess zu erleichtern:

  1. Kommunikation: Hast du dich mit deinem Partner ausgesprochen, solltet ihr die Kinder über die Trennung informieren und ihnen erklären, was das bedeutet. Wie ihr das tut, hängt natürlich immer vom Alter des Kindes ab. Generell gilt: Seid offen, geht aber nicht zu sehr ins Detail. Macht eurem Kind klar, dass es nicht für eure Trennung verantwortlich ist. Aber vor allem: Dass ihr es beide sehr lieb habt und das immer so bleiben wird. 

  2. Wohnsituation: Bei welchem Elternteil soll das Kind wohnen? In der Regel hängen beide Eltern an ihren Kindern – und umgekehrt. Hier ist es wichtig, im Interesse des Kindes zu handeln, aber auch sachlich und gemeinsam zu entscheiden, bei wem es nach der Trennung am besten aufgehoben ist.

  3. Sicherheit: Bei einer Trennung mit Kind ist es wichtig, ihm Halt und Sicherheit zu geben. Stehen zusätzlich zur Scheidung noch ein Umzug und Schulwechsel an, kann es schnell zu viel werden. Die gewohnte Umgebung, die Schulkamerad:innen, die Freund:innen und Nachbarskinder können als Anker dienen und Verlustängste mindern.

  4. Fairness: Sich mit dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin unter vier Augen zu streiten, ist eine Sache. So etwas vor den Kindern auszutragen, ist ein absolutes No-Go. Die Schützlinge sollten weder zwischen die Stühle geraten noch sollten sie sich Lästereien, Anfeindungen oder pikante Details anhören müssen.

  5. Zuverlässigkeit: Kinder geben sich bei Trennungen oft die Schuld und haben mit Verlustängsten zu kämpfen. Darum ist es wichtig, dass beide Partner:innen sich an Absprachen halten, sich nach wie vor um das Kind kümmern und Verabredungen – ob zur Schulaufführung oder zum Eis essen – ernst nehmen.  

In welchem Alter verkraftet das Kind die Trennung am besten?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Wie ein Kind mit so einer Situation umgeht, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.

Entscheidend ist eher, wie beide Elternteile sich verhalten, wie gut sie ihre Entscheidung erklären können und inwiefern sich das Leben des Kindes daraufhin verändert – oder nicht.

Behandeln sich beide Ex-Partner:innen respektvoll und finden eine Lösung, mit der alle gut auskommen, wird das Kind die Scheidung auch gut überstehen. Viel Liebe, Verständnis und Fürsorge sind das A und O.

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Finanzielle Unterstützung bei Trennung mit Kindern

Spätestens beim Thema Unterhalt und Finanzen kommt es dann leider doch häufig zum Streit. Was jedoch feststeht: Bei einer Trennung haben Kinder – beziehungsweise die Erziehungsberechtigten – Anspruch auf Unterhalt. Schließlich müssen Versorgung und Bildung, Freizeitaktivitäten und Pflege gewährleistet sein.

Welcher Elternteil den Unterhalt zahlt, hängt davon ab, wer das Kind versorgt und die anfallenden Kosten trägt.

Ganz wichtig: Wer wieviel Unterhalt zahlt, sollte schriftlich festgehalten und beim Notar oder der Notarin beurkundet werden. Das gilt auch dann, wenn sich beide Ex-Partner:innen (noch) gut verstehen.

So berechnet sich der Unterhalt

Eine finanzielle Unterstützung bei Trennung mit Kind steht dir also – zumindest theoretisch – von deinem Ex-Partner bzw. deiner Ex-Partnerin zu. Aber wie viel?

Der Betrag richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die jedoch nur als Richtlinie gilt. Ausgehend vom eigenen Nettoeinkommen und dem Alter des Kindes, muss der unterhaltspflichtige Elternteil einen entsprechenden Betrag leisten. Für die erste Einkommensgruppe bis 1.900 € Nettoeinkünfte gelten folgende Mindestsätze:

  • Kinder bis 6 Jahre: 393 €

  • Kinder zwischen 7 und 12 Jahren: 451 €

  • Kinder zwischen 13 und 18 Jahren: 528 € 

Achtung: Das Kindergeld kann hier abgezogen werden. Außerdem muss dem unterhaltspflichtigen Elternteil ausreichend Geld zum Leben bleiben. Bei Erwerbstätigen sind das mindestens 1.080 € und bei Arbeitslosen mindestens 880 € im Monat. Zu viele Zahlen? Am besten nutzt du einen Online-Rechner und kontaktierst einen Anwalt, um den Unterhalt zu berechnen. Auch das Arbeitsamt kann dir Auskunft geben.

Haus, Auto & Co: Wie teilt sich das Vermögen bei der Trennung auf?

Wer bekommt was, wenn eine Trennung ansteht? Das kommt darauf an, ob es eine einfache Trennung oder eine Scheidung ist und wie das Eigentum geregelt ist.

Beispiel: Angenommen, du hast mit deiner Partnerin oder deinem Partner in einem Haus gelebt, das dir gehört, und ihr trennt euch. Dann hat er bzw. sie natürlich keinen Anspruch darauf. Ebenso wenig wie auf dein Auto, deine Möbel oder sonstigen Besitz.

Im Falle einer Ehe gilt beim Haus ebenfalls: Eigentümer:in ist, wer im Grundbuch steht. Sind beide darin vermerkt, kann sich ein:e Partner:in seinen Teil auszahlen lassen oder es entscheiden sich beide für einen gemeinsamen Verkauf. Im Zweifel solltest du hier immer eine:n Notar:in kontaktieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Trennung als emotionale Herausforderung für Kinder

Ein "Trennungskind" zu sein, das wünscht sich wohl niemand. Trotzdem betrifft es jährlich zwischen 150.000 und 200.000 Kinder – und die meisten verkraften den anfänglichen Schock mit der Zeit gut.

Es kann aber passieren, dass Kinder so starke Verlustängste entwickeln oder sich selbst so schuldig fühlen, dass sie sich von dem Kummer nicht erholen. Soweit sollte es natürlich niemals kommen.

Bei einer Scheidung oder Trennung mit Kind gilt daher immer: Sei liebevoll, aufmerksam und sensibel. Wut, Trauer und Frust sind ganz normal – beobachte aber sorgfältig, wie lange diese Gefühle anhalten. Notfalls können Kinderärzt:innen bei der Einordnung der kindlichen Situation weiterhelfen.

Wie du dein Kind bei der Trennung unterstützen kannst

Eine Trennung ist für dein Kind nicht schön und natürlich würdest du ihm den Schmerz gern ersparen. Jetzt ist es wichtig, ihm emotionalen Halt zu geben, immer ein offenes Ohr zu haben und Fragen zur Scheidung offen zu beantworten. Und auch du darfst deine Emotionen zeigen oder vor deinem Kind weinen, wenn dir alles zu viel wird.

Tipp: Sei nie abweisend, sondern erkläre, warum du traurig bist! Sag deinem Kind, dass du froh bist, es zu haben – und versichere ihm, dass du immer da sein wirst.

Wenn Kinder sich extrem zurückziehen und die Eltern keinen Zugang mehr finden, wenn extreme Reaktionen oder sogar selbstzerstörerisches Verhalten auftreten, ist ein Kinder- und Jugendpsychologe gefragt.

Und auch wenn du selbst verzweifelt bist und das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird, wende dich bitte an eine:n Psycholog:in oder deine Hausärztin bzw. deinen Hausarzt. Expert:innen in deiner Nähe findest du auf der Website deiner Krankenkasse oder bei der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung.

Du brauchst selbst Hilfe bei der Trennung?

Eine Trennung kann auch für Eltern doppelt schwer sein. Einerseits der Verlust des Ex-Partners, andererseits die Verantwortung für den Nachwuchs. Doch du musst das nicht allein durchstehen: Die erfahrenen Lebensberater:innen auf Aurea unterstützen dich mit gutem Rat, jahrelanger Erfahrung und viel Einfühlungsvermögen. Such dir einfach deinen passenden Coach aus und vereinbare direkt ein Beratungsgespräch.

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