Erfolg und Selbstfindung

NLP: Schlechte Gewohnheiten ändern mit Neurolinguistischem Programmieren

Kann man seine nervigen Angewohnheiten einfach im Gehirn löschen? Mit dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) soll das möglich sein. Was es mit der Methode auf sich hat und ob sie wirklich funktioniert, erfährst du hier.

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Kann man schlechte Gewohnheiten umprogrammieren? Foto: iStock/alvarez

Was ist NLP?

Die Abkürzung NLP steht für „Neurolinguistisches Programmieren“. Der Begriff setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Neuro: Damit sind im NLP-Kontext alle Vorgänge im Gehirn, also Sinneswahrnehmungen, Verhaltensweisen und Gedanken gemeint.

  • Linguistik: Die Linguistik ist die Wissenschaft der Sprache. Beim NLP geht es konkret um die Kommunikation mit anderen und mit sich selbst, durch die das eigene Verhalten verändert werden kann.

  • Programmieren: Programmieren meint im Zusammenhang mit NLP eine Art „Umschreibungsprozess“, bei dem Verhaltensweisen, Erfahrungen und Annahmen verändert werden. Dies soll vor allem durch die verschiedenen NLP-Methoden geschehen.

Bei NLP handelt es sich um eine Vielzahl von Methoden die z. B. im Rahmen von privaten Coachings im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, bei Kommunikationstrainings oder auch im beruflichen Weiterbildungskontext erlernt und eingesetzt werden können. In Österreich ist das Neurolinguistisches Programmieren seit 2007 eine offiziell anerkannte Psychotherapiemethode.

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Wer hat das Neurolinguistische Programmieren erfunden?

Das Konzept des Neurolinguisitischen Programmierens wurde in den 1970er Jahren von den Wissenschaftlern Richard Bandler und John Grinder an der University of California in Santa Cruz entwickelt. Bei NLP steht die These im Mittelpunkt, dass alles was einen Menschen erfolgreich im Leben macht, erlernbar bzw. übertragbar ist. Dabei hat sich der Begriff des sogenannten „Modellierens“ etabliert, da erfolgreiche Menschen mit ihrem Verhalten beim NLP quasi „Modell stehen“ für die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Bandler und Grinder kamen zu der Erkenntnis, dass bestimmte Verhaltensweisen, Kommunikationstechniken und Lebenseinstellungen essenziell zum Erfolg und der Zufriedenheit von Menschen beitragen. Im Rahmen des NLP-Trainings sollen diese Strategien und Eigenschaften vermittelt werden.

Was bewirkt NLP?

Die Methoden des Neurolinguistischen Programmierens zielen vor allem auf die Persönlichkeitsentwicklung und die gute Interaktion mit anderen Menschen ab. Dabei geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen und Verhaltens- und Denkweisen, die man im Laufe des Lebens erlernt hat, zu hinterfragen und zu optimieren. Weitere Ziele des NLP sind:

  • Mehr Erfolg im Leben haben

  • Zufriedenheit und Erfüllung finden

  • Freiere Entscheidungen treffen

  • Veränderungen nach den eigenen Wünschen gestalten

  • Kommunikation mit sich und anderen verbessern

  • Alte, negative Glaubenssätze loswerden

  • Selbstbestimmter und zielstrebiger leben

  • Selbstbewusster die eigene Meinung vertreten

  • Die eigenen Bedürfnisse klarer kommunizieren und durchsetzen

Welche Arten des NLP Trainings gibt es?

Neurolinguistisches Programmieren lässt sich in vielen verschiedenen Lebensbereichen anwenden, daher gibt es unterschiedliche Trainingsprogramme, um NLP-Techniken zu erlernen, sie im Alltag oder Beruf anzuwenden oder sogar selbst als Coach oder Trainer/-in zu arbeiten. Dabei beginnt das Angebot bei Wochenendkursen oder Einzeltrainings und geht bis hin zu jahrelangen Aus- und Weiterbildungen.

 Beim NLP-Basistraining geht es vor allem um die persönliche Weiterentwicklung. Darin enthalten sind folgende Weiterbildungen:

  • NLP Practioner

  • NLP Master

  • Advanced NLP Master

Darüber hinaus gibt es auch berufsorientierte NLP Trainings, bei denen die Interaktion mit Kolleginnen und Kollegen aber auch mit Kundinnen und Kunden verbessert werden soll. Dabei kann man folgende Qualifikationen erwerben:

  • NLP Trainer/-in

  • NLP Coach

  • Master Coach

  • Mediator/-in

Wer im Anschluss daran selbst NLP-Trainer/-innen und -Coaches aus- und weiterbilden möchte, kann folgende NLP-Ausbilderstufen durchlaufen:

  • Lehrtrainer

  • Lehrcoach

  • Lehrmediator

Umprogrammieren mit dem VAKOG-Modell

Die NLP-Methoden basieren auf der Annahme, dass all unsere Sinneswahrnehmungen direkt mit Gedanken, Erinnerungen und bestimmten Verhaltensweisen verknüpft sind. Wenn man nun Verhaltensweisen und Denkmuster ändern möchte, ist es wichtig die richtigen Sinnesorgane dabei miteinzubeziehen. In diesem Zusammenhang wird auch vom VAKOG-Modell gesprochen:

  • V (visuell = sehen)

  • A (auditiv = hören)

  • K (kinästhetisch = fühlen)

  • O (olfaktorisch = riechen)

  • G (gustatorisch = schmecken)

Du findest NLP spannend und willst deine Gewohnheiten ändern? Dann lass dich von unseren erfahrenen Coaches dabei beraten und erhalte bewährte Tipps aus der Praxis.

6 NLP-Methoden aus der Praxis – so funktioniert Neurolinguistisches Programmieren

Beim Neurolinguistischen Programmieren handelt es sich um eine Art Werkezugkasten, der gefüllt ist mit Methoden und Strategien, die einem dabei helfen sollen, sein Leben besser zu leben. Hier finden Sie einige bekannte NLP-Techniken die bei der Optimierung von Verhalten und Kommunikation helfen sollen:

1. Reframing: gedankliche Umdeutung beim NLP

Beim sogenannten „Reframing“, was auf Deutsch so viel wie „neugestalten“ oder „umstrukturieren“ bedeutet, lernt man, Erinnerungen, Erlebnisse oder Unterhaltungen aus neuen Blickwinkeln heraus zu betrachten und zu bewerten. Sie erhalten so einen „anderen Rahmen“, werden also neu eingeordnet und abgespeichert. Das Ziel des Reframings ist es, zukünftig selbst zu entscheiden, welche Bedeutung man Geschehnissen oder Informationen im Gehirn zuweist. 

2. Die Swish-Technik: erwünschtes Verhalten als Idealbild

Mit der Swish-Technik sollen vor allem negative Gewohnheiten oder zwanghaftes Verhalten überwunden werden, damit Betroffene wieder freier und selbstbestimmter handeln können. Die Swish-Technik läuft beim NLP folgendermaßen ab: Zuerst stellt man sich jene Situation vor, die dem unerwünschten Verhalten vorausgeht, also z. B. den Wunsch nach einer Zigarette. Als nächstes erstellt man sich ein gedankliches Gegenbild, in dem man z. B. die Zigarette nicht anzündet und stattdessen ein gesundes und rauchfreies Leben führt. Beide Bilder sollen nun gedanklich nebeneinandergelegt werden. Das negative Erlebnis erscheint dabei erstmal größer als das positive. Das Bild mit dem erwünschten Verhalten soll nun größer gezogen werden und das negative Bild immer mehr schrumpfen und verblassen. Dabei steht das „swishen“ für Zischgeräusche, mit der man die Umkehrung der beiden Bilder untermalen soll.

3. Autosuggestion: Sichtweisen reflektieren im inneren Dialog

Die Gründer des NLP waren der Ansicht, dass alle Ressourcen für Erfolg in jedem Menschen bereits angelegt seien und nur durch die richtige Technik abgerufen werden könnten. Die Autosuggestion, also die „Selbstbeeinflussung“ oder „Selbsteinredung“, wird in diesem Zusammenhang genutzt, um unterbewusst Sichtweisen, Glaubenssätze oder ein bestimmtes Verhalten zu reflektieren und zu verändern. Dabei spielen Mantras und innere Dialoge eine große Rolle. Ziel der Autosuggestion ist es, sich selbst davon zu überzeugen, unerwünschtes Verhalten abzulegen und stattdessen positiver und freier zu handeln.

4. Dissoziation: Probleme von außen betrachten

Beim Neurolinguistischen Programmieren wird der Begriff der Dissoziation verwendet, um den Prozess einer innerlichen Distanzierung von bestimmten Erlebnissen, Emotionen oder Gewohnheiten zu beschreiben. Dieser Zustand soll genutzt werden, um Handlungsmuster und unerwünschte Gewohnheiten ganz objektiv zu reflektieren. Der Problemzustand, in dem Betroffene oft richtig festzustecken scheinen, wird nun von außen betrachtet und neu bewertet. Eine Dissoziation im Rahmen des NLP kann durch Hypnose oder andere Trance-Zustände hervorgerufen werden. Die Technik der Dissoziation wird häufig kritisiert, da sie, bei Missbrauch, Entfremdungszuständen der Betroffenen führen oder zur Manipulation genutzt werden kann. Daher sollte eine geführte Dissoziation nur von fachkundigem Personal und richtig angeleitet stattfinden.

5. Anchoring (Ankern): Konditionierung von erwünschtem Verhalten

Mit „Ankern“ ist eine Art der klassischen Konditionierung gemeint, bei der ein bestimmter Reiz mit einem bestimmten Verhalten „verankert“, also verknüpft wird. So kann beim NLP z. B. das Weckerklingeln zum Auslöser für ein schnelleres Aufstehen oder ein Bild zur Quelle für ein selbstbewussteres Auftreten werden. Ein wiederholtes Trainieren dieser Reiz-Reaktions-Abläufe ist wichtig, um das neue Verhalten im Unterbewusstsein zu verwurzeln. 

6. NLP-Kommunikationstraining: effektive Interaktion erlernen

Kommunikation mit anderen Menschen aber auch mit sich selbst ist beim NLP besonders wichtig. Denn die Gründer des Neurolinguistischen Programmierens waren sich sicher: Wer effizient kommunizieren kann, ist auch erfolgreicher im Leben. Daher gibt es verschiedene NLP-Methoden, die eine tiefe Verständigung mit anderen begünstigen sollen:

  • Rapport: Der Rapport stellt die Basis des Kommunikationstrainings beim NLP dar. Er beschreibt die Vertrauensebene, die zwischen Menschen vor und während des Gesprächs hergestellt werden soll. Denn gegenseitige Wertschätzung und ein tiefes Verständnis des jeweils anderen ist essenziell für erfolgreiche Interaktion.

  • Kalibrieren: Beim NLP ist mit Kalibrieren das Erkennen und Einordnen von nonverbalen Signalen, wie Gestik, Betonung oder Mimik gemeint. Zu erkennen, was der andere mit diesen unbewussten Zeichen von sich preisgibt, ist im NLP sehr wichtig. Eine Theorie beim NLP ist z. B., dass sich durch bestimmte Augenbewegungen Unehrlichkeit äußert. Ob das jedoch wirklich stimmt, ist fraglich.

  • Pacing: Im nächsten Schritt der NLP-Kommunikationstechnik geht es um das „Mitgehen“ mit dem jeweils anderen, im Englischen „Pacing“ genannt. Dabei gilt es die beim Kalibrieren erkannten Signale zu spiegeln, also seine eigene Körpersprache, Mimik und Gestik sowie das Sprachtempo dem Verhalten des Gesprächspartners oder der Gesprächspartnerin anzupassen – ohne jedoch nachzuäffen. Diese Übernahme des Sprachverhaltens soll die Beziehung auf unbewusste Weise intensivieren und die Kommunikation vertrauensvoller und zugewandter gestalten.

  • Leading: Der letzte Schritt bei der Kommunikation im Rahmen des Neurolinguistischen Programmierens ist das sogenannte „Leading“, also das „Führen“ des jeweils anderen. Dabei soll es nicht darum gehen, jemanden gegen seinen oder ihren Willen von etwas zu überzeugen, sondern eine gute Kompromisslösung für beide zu finden. Eine Win-Win-Situation sollte beim NLP das Ziel guter Kommunikation sein.

Kritik an NLP – manipulative Pseudowissenschaft oder wirksame Methode?

So gut Neurolinguistisches Programmieren und die selbstbestimmte Verhaltensänderung mithilfe scheinbar einfacher Methoden auch klingt, so gibt es doch jede Menge Kritik an dem Konzept von Bandler und Grinder. Die Annahmen über kognitive Prozesse sowie menschliches Sozial- und Lernverhalten, die die Basis des NLP bilden, seien stark vereinfacht, heißt es an vielen Stellen. Den komplexen neuronalen Zusammenhängen, die bei der Informationsverarbeitung und dem Bewusstwerden im Gehirn stattfinden, würden sie daher mit ihren Methoden und Theorien nicht gerecht.

Auch seien einige Annahmen, die beim NLP vermittelt werden, wie z. B. dass man anhand der Augenbewegung erkennen kann, ob jemand lügt, bereits in wissenschaftlichen Studien widerlegt worden. Daher bezeichnen viele NLP als sogenannte „Pseudowissenschaft“, da die Methoden nicht auf validen Studien und Erkenntnissen beruhen würden, sondern anhand einzelner Erfolgsgeschichten entwickelt worden seien. Doch trotz dieser Einwände schwören viele Menschen auf NLP und berichten von großen Fortschritten im privaten und beruflichen Bereich.