Buddhismus

Karma und seine Bedeutung: So wirken deine Taten auf dich selbst

Alles, was wir tun, denken und sagen hat Auswirkungen und Konsequenzen. Nicht nur unmittelbar auf unser Leben im Hier und Jetzt, sondern auch auf unsere zukünftigen Leben. Durch ein erfülltes, selbstloses Leben steht dir ein Weg offen, der frei ist von Karma und dich aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt herausholen kann.

karma bedeutung symbolbild
Karma hat eine wichtige Bedeutung im Buddhismus. Foto: iStock/peterschreiber.media

Die Bedeutung von Karma & Wiedergeburt

Karma und Wiedergeburt sind zwei spirituelle Konzepte, die eng miteinander verwoben sind und ihren Ursprung in der altindischen Philosophie haben. Der Begriff „Karma“ entstammt dabei dem Sanskrit und bedeutet übersetzt so viel wie „Tat“ oder „Wirken“. Die Vorstellung der Wiedergeburt geht auf eine Art ewigen Kreislauf, auch genannt Samsara, zurück. Hinter der Karma-Bedeutung und der Idee der Wiedergeburt verbirgt sich der Glaube, dass deine Taten in diesem Leben auch Auswirkungen auf dein nächstes Leben haben werden, in das du wiedergeboren wirst. Das bedeutet, dass jede deiner Handlungen, egal ob im Geiste oder physisch, dein Karma beeinflusst.

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Dein Karma hat jedoch nicht nur Einfluss auf dein zukünftiges, wiedergeborenes Ich. Stattdessen können auch Taten aus vorvergangenen Leben Konsequenzen für dein derzeitiges sowie zukünftige Leben haben — sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Karma bildet sich dann, wenn du deine Taten nach Wünschen oder sogar Begierden ausrichtest. Die Bedeutung hinter Karma ist, dass ein Mensch solange wiedergeboren wird, bis es ihm gelingt, diesen Kreislauf der weltlichen Begierde zu durchbrechen und ein Leben unabhängig von eigenen Wünschen zu führen. Erst dann sammeln Taten kein Karma mehr an, erst dann ist der Weg frei ins Nirwana – also die Erlösung vom menschlichen Leben.

Karma ist dabei jedoch nicht gleich Karma. Stattdessen gibt es verschiedene Arten von Karma, die eng mit den einzelnen Stadien deines Lebens verbunden sind, von vergangenen Leben über das Hier und Jetzt bis in die Zukunft. Das Karma, dass du aktiv in diesem Leben beeinflussen kannst, ist das sogenannte Agami Karma. Von diesem Karma kannst du sowohl Gutes als auch Schlechtes ansammeln, die Konsequenzen spürst du allerdings erst in deinem nächsten Leben, sofern du noch nicht bereit bist für den Eintritt ins Nirwana. Das Karma aus deinem vergangenen Leben wird als Prarabdha Karma bezeichnet. Es ist das Karma, das wir am ehesten mit dem Wort „Schicksal“ sowie der Vorstellung übersetzen würden, dass dir heute Gutes oder Schlechtes widerfährt, weil du in einem früheren Leben gut oder schlecht gehandelt hast. Die letzte Art des Karmas ist das Sanchita Karma. Dessen Karma-Bedeutung ist die Summe allen Karmas aus deinem jetzigen und deinen vergangenen Leben.

Die indischen Religionen

Während sowohl die Karma-Bedeutung als auch die Wiedergeburt auf die altindische Philosophie zurückgehen, spielen beide Konzepte noch heute eine wichtige Rolle im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. In diesen drei Religionen herrscht der Glaube, dass ein Mensch insbesondere dann karmische Konsequenzen tragen muss, wenn er anderen Menschen oder Lebewesen Schaden zufügt. In der westlichen Welt bezeichnen wir das oft als „schlechtes Karma“. Auf dieser Annahme basiert auch die buddhistische Ethik, die Mitgefühl mit allen lebenden Wesen vorschreibt.

Alle drei Religionen sehen es als oberstes Ziel an, den Kreislauf der Wiedergeburt zu beenden und Eingang ins Nirwana zu erlangen. Dieser Wunsch ist vor allem darin begründet, dass in diesen Religionen das menschliche Leben nicht als Krone der Existenz angesehen wird. Ganz im Gegenteil ist dort menschliches Leben vor allem eines: Leid. Folgt man diesem Glauben, erscheint es schnell nachvollziehbar, dass das oberste Ziel der Ausstieg aus Samsara, diesem leidvollen Kreislauf, ist. Das irdische Leben ist in diesem Glauben vor allem deshalb leidvoll, weil wir Menschen unser Leben nach vergänglichen Dingen ausrichten und dadurch ewig Kummer erfahren. Es ist diese Vorstellung Karma und Wiedergeburt, die auch die hohe Bedeutung von Meditation im Buddhismus begründet. Erst durch Meditation können sowohl karmische Auswirkungen erst wirklich erkannt und überwunden als auch die Bindung an das irdische Leben gelockert werden.

Im Jainismus spielen Karma und Wiedergeburt eine ähnliche Rolle. Auch Jains glauben daran, dass die menschliche Seele so lange im ewigen Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara) gefangen ist, bis ihr der Austritt gelingt. Um dies zu schaffen, müssen Menschen einen Weg der Reinigung beschreiten, auf dem Karma entweder angesammelt oder abgebaut wird. Wie im Hinduismus und Buddhismus entsteht Karma im Jainismus auch durch menschliche Handlungen und Taten. Im Unterschied zu den beiden anderen Religionen hat das Karma hier jedoch eine weitaus körperlichere Komponente. So sehen Jains die Karma-Bedeutung als eine Art physisches Teilchen, dass die Seele beschwert oder verschmutzt. Durch gute Handlungen und Taten sowie durch ein moralisch geführtes Leben nach ethischen Prinzipien kann das Karma abgebaut werden, um schließlich aus dem Samsara auszubrechen.

So verbesserst du dein Karma!

Auf den ersten Blick scheint Samsara, dieser ewige Kreislauf der Wiedergeburt in einem leidvollen Leben, überwältigend, ja vielleicht sogar ein bisschen beängstigend. Dabei soll der Glaube daran sowie die Bedeutung von Karma etwas ganz anderes bewirken. Nämlich, dass du dich selbst dabei unterstützt, ein erfülltes Leben zu führen, welches nicht auf dein rein irdisches, oftmals schwieriges Dasein gerichtet ist. Nimm deshalb die Vorstellung deines Karmas und das Gesetz von Ursache und Wirkung als Anreiz und Motivation, um deine Taten und Handlungen aktiv zu gestalten und dein Karma zu verbessern. Wenn du hierbei noch Unterstützung zur (Selbst-)Reflexion benötigst oder Probleme hast, ins Handeln zu kommen, helfen dir unsere Berater:innen gerne weiter. Hier ein paar Tipps für ein gutes Karma:

  1. Meditiere regelmäßig: Einer der besten Wege, um dein Karma zu verbessern, ist die Meditation. Je mehr Übung und Disziplin du darin gewinnst, dich mithilfe von Meditation von vergänglichen Idealen und materiellen Werten zu lösen, desto mehr gelingt es dir, dein Handeln nicht mehr nach deinen eigenen Wünschen und Begierden auszurichten. Und je mehr du dich von diesen weltlichen Begierden löst, desto weniger Leid wirst du anderen Mitmenschen und Lebewesen zufügen. Schaffst du es schließlich, ein selbstloses Leben zu führen, sammelst du immer weniger und weniger Karma an, sodass du irgendwann an den Punkt gelangst, auch Karma aus vergangenen Leben abzubauen. Wenn dir das gelingt, ist der Austritt aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten nicht mehr fern.

  2. Übernimm Verantwortung für dein Handeln: Natürlich ist Meditation nicht der alleinige Weg zu einem erfüllten, selbstlosen Leben, das frei von „schlechtem“ Karma ist. Fast noch wichtiger ist ein Leben nach der Erkenntnis, dass auf deine Taten immer Konsequenzen folgen. Egal, ob es gute Taten mit guten Konsequenzen sind oder schlechte Taten, die zu unschönen Konsequenzen führen. Übernimm also Verantwortung für alles, was du tust. Auch wenn es mal noch so unfair und unverdient scheint, denke daran: Die Bedeutung von Karma ist weder Belohnung noch Strafe. Es ist lediglich eine Folge deiner Taten und unterliegt damit sowohl deiner Kontrolle als auch deiner Verantwortung.

  3. Achte auf deine Gedanken und Worte: Aber nicht nur physische Taten spielen eine Rolle, sondern auch deine Gedanken und Worte. In der Lehre der Karma-Bedeutung und der Wiedergeburt ist die Idee fest verankert, dass auf Worte und Gedanken schnell Taten folgen. Gibst du dich also oft missgünstigen Gedanken hin oder sprichst negative Worte aus, ist der Weg zu einer schlechten Tat oft nicht mehr weit. Trainiere also nicht nur deine aktiven Handlungen, sondern auch das, woran du denkst und worüber du sprichst. In unserem Alltag sprechen wir dabei oft von einer positiven Grundstimmung.

  4. Schätze deine Mitmenschen und andere Lebewesen: Aber auch das Streben nach „gutem“ Karma um des Karmas Willen ist nicht der Weg zur Erfüllung. Vielmehr gerätst du dadurch sehr schnell auf einen Pfad selbstsüchtiger Motive und Handlungen. Wo immer du kannst, versuche dich an dem buddhistischen Glaubenssatz zu orientieren, nachdem du keinem anderen Lebewesen ein Leid zufügen sollst. Je mehr aufrichtige Liebe und Wertschätzung du deinen Mitmenschen und deiner Umgebung entgegenbringst, desto mehr wird auch dir widerfahren.