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Inneres Kind heilen: So schließt du alte Wunden

In jedem von uns wohnt das sogenannte innere Kind. In ihm schlummern alle Erfahrungen, Gefühle und Erlebnisse die wir in unserer Kindheit gemacht und abgespeichert haben und die uns heute zu dem Menschen machen, der wir sind

inneres Kind
Foto: evgenyatamanenko/iStock

Wäre es nicht schön, wenn das Leben leicht und einfach wäre? Wir mit den Herausforderungen zurechtkommen und den Alltag meistern? Schließlich sind wir erwachsen und können auf Probleme eigenständig reagieren. Und doch kennen die meisten von uns Situationen, die uns aus dem Lot bringen. Manchmal sind sie noch nicht einmal besonders schwerwiegend. Ein Kollege oder eine Kollegin kritisiert etwas an unserer Arbeit. Unsere Mutter rollt mit den Augen, als wir ihr eine neue Idee vorstellen. Oder unser Partner oder unsere Partnerin vergisst eine Verabrednung.

Fühlst du dich in Situationen wie diesen unsicher? Oder gekränkt? Spürst du eine Traurigkeit, die du dir nicht erklären kannst? Dann hast du vermutlich gerade Kontakt mit deinem inneren Kind gehabt. Doch wer ist dieses Kind? Und wie kann es dir helfen, mit negativen Gefühlen umzugehen?

Das innere Kind in der Psychologie

Die Innere-Kind-Arbeit ist eine Methode, die bereits aus den 1970er Jahren stammt und sich mit Prägungen aus der Kindheit beschäftigt. Im Laufe der Zeit ist sie vor allem durch Bücher von John Bradshaw, Erika Chopich und Margaret Paul bekannt geworden. In Deutschland hat 2015 das Buch der Psychologin Stefanie Stahl "Das Kind in dir muss Heimat finden" für Aufsehen gesorgt.

Doch was ist mit dem Prinzip der Prägungen gemeint? Wir können es uns so vorstellen: Für ein kleines Kind sind die Eltern das Zentrum des Universums. Es wird von ihnen versorgt und bekommt Liebe. Das Besondere an der frühkindlichen Prägung ist nun, dass ein Kind das Verhalten der Eltern nicht einordnen kann. Wenn es beispielsweise ausgeschimpft wird, sagt es sich nicht: "Okay, Mama ist gerade gestresst. Ich nehme es nicht persönlich." Stattdessen bezieht es die Reaktion auf sich.

Erlebt es bestimmte Verhaltensweisen öfter, können sich daraus Glaubenssätze entwickeln. Wer beispielsweise hört: "Das kannst du nicht", hat als Erwachsener eventuell das Gefühl, Herausforderungen nicht gewachsen zu sein. Oder wer häufig wegen schlechter Leistungen kritisiert wurde, macht die Erfahrung "Ich bin nicht genug".

Das innere Kind ist also ein Teil in uns, der unbewusst in frühkindlichen Mustern denkt. Selbst, wenn wir als Erwachsener gute Erfahrungen gemacht haben. Natürlich müssen die frühkindlichen Erfahrungen nicht nur negativ sein. Wir können auch positiv geprägt sein. Stefanie Stahl unterscheidet in ihrem Buch beispielsweise zwischen Sonnen- und Schattenkind.

Die Innere-Kind-Arbeit setzt nun darauf, sich dieser Anteile überhaupt bewusst zu werden. Erst im  nächsten Schritt folgt die Aussöhnung und Heilung mit den schwierigen Erfahrungen.

Du findest die Methode mit dem inneren Kind spannend? Dann hol dir gern Unterstützung, wenn du merkst dass du seelische Verletzungen erlebt hast. Die Berater:innen auf Aurea helfen dir gern auf deinem Weg der Heilung. Nutze gleich das 30-Euro-Startguthaben für dein Gratis-Erstgespräch. Du kannst mit den Expert:innen online chatten oder am Telefon persönlich sprechen.

Übung: Lern dein inneres Kind kennen

Der erste Teil der Aussöhnung mit dem inneren Kind ist die Selbstreflexion. Dafür darfst du in das alte Gefühl eintauchen und dich auf Spurensuche begeben. Welche Angst trägst du in dir? Was hast du als Mensch in der frühen Kindheit erfahren?

  • Denke zunächst darüber nach, welche Muster du in dir erkennst. Reagierst du beispielsweise in deiner Beziehung stark auf Zurückweisung? Hast du Angst, den anderen zu verlieren? Wirst du bei der Arbeit schnell sauer? Schau liebevoll auf dein gesamtes Leben und notiere dir, was dir auffällt.

  • Denke nun an deine Zeit als Kind. Wie haben deine Mutter und dein Vater - oder andere Bezugspersonen - auf dich reagiert? Wie sind sie mit deinen Fehlern umgegangen? Was haben sie dir mit auf den Weg gegeben? Welche Regeln gab es in der Kindheit? Hattest du eine liebevolle Beziehung zu deinen Eltern? Notier dir alles, was dir in den Sinn kommt.

Übung und Schritt 1: Schreibe deinen Glaubenssatz auf

Wenn du nun dein Gefühl eingeordnet hast, versuche diesen als Glaubenssatz aufzuschreiben. Er zeigt dir, wie dein inneres Kind "denkt". Also, wie du dich unbewusst einschätzt. Dies kann im ersten Moment Angst machen und schmerzen. Aber die Erkenntnis hilft dir, damit du langfristig ein glückliches Leben führst. Beispiele für negative Glaubenssätze können sein:

  • Ich bin nicht gut genug.

  • Ich mache ständig Fehler.

  • Ich muss etwas leisten, um geliebt zu werden.

  • Ich bin schuld, wenn etwas passiert.

  • Ich kann mich auf niemanden verlassen.

  • Ich darf mich nicht aufdrängen.

  • Ich darf nicht zu viel verlangen.

  • Ich bin zu dick/zu dünn/zu groß/zu klein.

  • Ich soll meine Gefühle nicht zeigen.

Die eigenen Muster im Leben zu entschlüsseln ist nicht leicht, weil uns oft die Distanz zu ihnen fehlt. Deshalb brauchen wir manchmal neutrale Personen, die uns die Augen öffnen. Die Berater:innen auf Aurea helfen dir gern, wenn du die Unterscheidung zwischen deinem Kind-Ich und deinem Erwachsenen-Ich verstehen möchtest. Zusammen erarbeitet ihr deine Glaubenssätze. Nutze dein 30-Euro-Startguthaben für dein Gratis-Gespräch per Sofort-Chat oder am Telefon. Du kannst noch heute beginnen.

Übung und Schritt 2: Aussöhnung mit dem inneren Kind

Wenn du weißt, wie dein inneres Kind reagiert, kannst du deine Seele heilen. Doch denk daran: Es dauert seine Zeit, um eine Prägung zu verändern. Sieh diese Aussöhnung als Weg an, der dich langsam vom verletzten Kind zum ausgeglichenen Erwachsenen bringt. Setz dich dabei nicht unter Druck. Schon kleine Verbesserungen sind Fortschritte. Du tust etwas, damit es dir besser geht.

Das Kind in dir annehmen

Du findest die Muster deines inneren Kindes unangenehm? Wenn es nach dir ginge, wärst du gern anders? Das geht vielen so. Wir lehnen unsere Schwächen oft ab und bewundern stattdessen die Stärke der anderen. Damit du heilen kannst, ist es aber wichtig, dass du dich so akzeptierst, wie du bist. Die Arbeit mit dem inneren Kind ist nicht als Strafe gemeint. Du hast die Muster in deiner Kindheit gelernt und vermutlich haben sie dir in dieser Zeit geholfen.

Nimm als Beispiel die Meditation. Dort lernen wir, die Dinge neutral wahrzunehmen. Wir akzeptieren, was ist. Erst dadurch lösen sich am Ende negative Gefühle auf. Genauso ist es mit dem inneren Kind.

Sei liebevoll zu dem Kind in dir

Viele sehen den Prozess als harte Arbeit. Er ist anstrengend, tut weh und geht nur langsam voran. Ja, das stimmt. Aber wir können ihn auch anders sehen. Wir trösten auf diesem Weg das Kind in uns, das schon lange unter Druck stand.

Stell dir vor deinem inneren Augen das kleine Kind vor, das du einmal warst. Erinnere dich an eine Situation, die dir weh getan hat. Nimm dich nun innerlich in den Arm. Zeig ihm, dass du es heute verstehst. Nun kannst du dem kleinem Wesen das geben, was es damals nicht bekommen kannst. Spürst du dieses Gefühl sogar körperlich?

Wie wäre es außerdem, wenn du einen Brief an dein inneres Kind schreibst? Zeige ihm Liebe und beschreibe, wie du es beschützt. Spring dafür in deiner Vorstellung als erwachsene Person an die Seite des Kindes. Wie lautet schließlich der berühmte Spruch? "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!"

Nimm die Verantwortung für dich an

Bei der Arbeit mit dem inneren Kind kann manchmal Wut aufflammen, zum Beispiel gegen die Eltern. Denk daran, dass es die meisten von ihnen so gut gemacht haben, wie sie konnten. Schätz die Methode stattdessen als einen Weg für dich selbst. Heute trägst du die Verantwortung für dein Leben. Nun hast du - und nur du - die Macht, die Dinge in deinem Leben zu verändern.

Nutze Affirmationen

Affirmationen sind ein guter Weg, um negative Glaubenssätze in positive zu verwandeln. Kurz erklärt, sind Affirmationen Sätze, die dich stärken sollen. Diese sagst du dir täglich auf und verankerst sie dadurch in deinem Unterbewusstsein. Dieses mentale Training kann also die Prägungen aus der Kindheit überschreiben.

Achte bei der Formulierung darauf, dass du ausschließlich positive Wörter auswählst. Dein Unterbewusstsein kann nämlich negative Ausdrücke nicht umdrehen und speichert dadurch die falsche Aussage ab. An diesem Beispielen erkennst du, wie negative Glaubenssätze in positive Affirmationen umgeschrieben werden: 

  • Ich bin nicht gut genug. - Ich bin gut, wie ich bin.

  • Ich muss alles allein schaffen. - Ich kann auf die Unterstützung von anderen zählen.

  • Ich darf mich nicht aufdrängen. - Ich darf zu meinen Wünschen stehen.

Wichtig ist, dass du deine Affirmation selbst glaubst. Notiere dir daher Sätze, die in dir gut nachhallen und von denen du glaubst, dass du sie schaffen kannst. Wenn du Zweifel hast, werden sich deine Glaubenssätze nicht umwandeln. Aber das muss dich nicht verunsichern. Geh dann einfach einen Schritt zurück und sage dir die Affirmation vor "Ich bin okay" oder "Es ist okay, wie es ist". Alles andere darf dann kommen, wenn die Zeit reif ist.

Du kannst dir deine Affirmation beispielsweise auf einen Post-It schreiben und an deinen Spiegel kleben. Oder du heftest sie an deinen Monitor im Home-Office. Erinnere dich täglich an sie und sage sie dir mehrmals auf.

Lerne die Berater:innnen auf Aurea kennen

Auf Aurea gibt es viele Expert:innen für die Innere-Kind-Arbeit. Lies dir dafür die Beschreibungstexte durch und schau bei "Beratungsmethoden" nach dem Stichwort "Inneres Kind". Bei der Auswahl der Expert:innen darfst du deinem Gefühl folgen. Welcher Profiltext spricht dich am meisten an? Wie sind die Bewertungen der anderen? Egal, wie du dich entscheidest: Du kannst nichts falsch machen. Alle Berater:innen auf Aurea werden auf Herz und Nieren geprüft. Denn unser Ansatz ist es, dass du gestärkt und motivierst wirst. Unsere Coaches helfen dir liebevoll, den richtigen Weg zu finden.

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