Selbstfindung

Inneres Kind: So beeinflusst es dich

Du fühlst sich oft gestresst und leer – und weißt nicht genau, wieso? Dafür gibt es eine Antwort: Dein inneres Kind möchte dir etwas mitteilen. Wir klären hier auf, wieso deine Kindheit so einen großen Einfluss auf dein erwachsenes Ich hat und wie du das Kind in dir heilen kannst. 

inneres Kind
Das innere Kind zu heilen kann dein Leben glücklicher und leichter machen. Foto: pliona/iStock

Was ist das innere Kind?

Keine Sorge: Es wohnt in jedem von uns und es kann nicht verloren gehen. Auch wenn wir mittlerweile erwachsen geworden sind – unser inneres Kind haben wir behalten. Mehr noch: Es macht uns sogar zu dem Menschen, der wir heute sind! Denn jedes Erlebnis prägt unsere Seele und unser Leben – sowohl die schönen Momente als auch die Erfahrungen, die wir vielleicht lieber nicht gemacht hätten.

Wie ein Missgeschick in großer Runde: Während die einen souverän damit umgehen, fühlen sich andere abgelehnt. Warum reagieren wir in solchen Situationen so unterschiedlich? Das liegt an unserem inneren Kind, sagen Psychologen. Es steuert unsere Emotionen, ohne dass wir es merken. Denn in der Kindheit werden Glaubenssätze geprägt, liegen die Wurzeln für Ängste und Unsicherheit. Deswegen ist es so wichtig, sich als Erwachsener mit der eigenen Kindheit auseinanderzusetzen. Denn nur so kann das Kind in uns geheilt werden und die Liebe erfahren, die es damals vielleicht vermisst hat.

Welchen Einfluss hat dein inneres Kind auf dein Leben? Finde es im Gespräch mit den Coaches von Aurea heraus.

Wie dich dein inneres Kind beeinflusst

In unterschiedlichen Entwicklungsphasen als Kind sammeln wir verschiedene Erfahrungen, die auch auf uns im Erwachsenenalter Einfluss ausüben. So setzen wir uns im Kleinkindalter mit anderen Problemen auseinander als im Teeniealter. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir dem Kind in uns ein bestimmtes Alter zuschreiben müssen. Welche Rolle dein inneres Kind in deinem Leben spielt, findest du hier heraus.

Dein Kleinkind-Ich: 9 Monate bis 3 Jahre

In dieser Entwicklungsphase wollten wir alles auf unsere Art machen. Eltern reagieren auf diese Selbstständigkeitsbestrebungen oft mit Überkontrolle und setzen viele Grenzen, woraufhin sich das Kind, aus Angst vor Liebesentzug, anpasst. Die Folge: Als Erwachsene müssen wir uns immer um alles kümmern, weil wir allen gefallen wollen. Wir halten uns streng an die Regeln und verurteilen andere und uns selbst, wenn diese nicht beachtet werden.

Fragen dir dur dir in diesem Zusammenhang stellen kannst:

  • Hast du Schwierigkeiten, herauszufinden, was du wirklich willst?

  • Hast du Angst, Neues auszuprobieren?

  • Fürchtest du dich sehr davor, verlassen zu werden?

  • Hättest du gern jemanden, der dir bei Problemen sagt, was zu tun ist?

  • Mache du dir häufig Sorgen?

  • Wirst du als geizig wahrgenommen – im Hinblick auf Geld, Liebe und Gefühle?

Dein Schulkind-Ich: 6 Jahre bis zur Pubertät

Fragen wie „Wer bin ich?“, „Was will ich?“ und „Wohin gehe ich nur?“ kommen hier verstärkt auf. Die Schule half, unser Selbstwertgefühl zu bestätigen – zumindest sofern wir uns in das System eingefügt haben. Allerdings fördert unser Schulsystem eher Einzelkämpfer. In der Pubertät kommt außerdem oft noch ein diffuses Rollenverständnis hinzu. All diese Gegebenheiten vereint kann die Ich-Stärke schwächen und verunsichern.

Fragen die du dir in diesem Zusammenhang stellen kannst:

  • Vergleichst du dich oft und schneidest dabei schlecht ab?

  • Hättest du gern mehr Freunde?

  • Fühlen du dich in Gesellschaft anderer oft unwohl?

  • Fürchtest du dich sehr, einen Fehler zu machen?

  • Bist du oft wütend auf andere?

  • Neigest du dazu, Dinge oft aufzuschieben?

Schluss mit negativen Glaubenssätzen! Finde mit den Coaches von Aurea deinen Weg zum Glück.

Wie heile ich mein inneres Kind?

Am Anfang ist es wichtig, mit dem inneren Kind in einen Dialog zu treten. Das kann auf verschiedene Arten geschehen, zum Beispiel:

  • Die Inneres-Kind-Meditation: Sie hilft dir dabei, Kontakt zu dem Kind in dir und zu deinen Gefühlen von damals zu finden. Eine Meditation für Anfänger findest du im nächsten Absatz.

  • Schreibe deinem inneren Kind einen Brief: Hier kannst du Gefühle und Situationen aus deiner Kindheit beschreiben, die dir heute als Erwachsenen noch zu schaffen machen. Lass dein inneres Kind an deinen Emotionen teilhaben. Gleichzeitig kannst du ihm aber auch mitteilen, dass du ab jetzt mit der Arbeit an deiner Vergangenheit beginnst und es sich keine Sorgen mehr um dich machen muss. Du bist jetzt erwachsen, übernimmst Verantwortung für dein eigenes Leben und kannst dich selbst um deine Emotionen kümmern. Teile ihm auch mit, wie viel Liebe du für es empfindest und dass es sich bei dir sicher fühlen kann.

  • Verbringe Zeit mit deinem inneren Kind: Das heißt nicht, dass du jetzt auf den Spielplatz gehen musst. Viel mehr geht es darum, dass du dich besser um dich selbst kümmerst. Wenn dir zum Beispiel gerade Liebe in deinem Leben fehlt, dann umarme dich selbst und schenke dir die Geborgenheit, die du brauchst. Oder wenn du merkst, dass dein inneres Kind in Erscheinung tritt, dann rede ihm gut zu: „Ich bin bei dir und kümmere mich um dich.“ Oder: „Es ist in Ordnung, du darfst jetzt traurig, wütend oder verletzt sein.“

Meditation: Finde dein inneres Kind

Um in Verbindung zu deinem inneren Kind zu treten, ist eine Meditation ein toller Weg. Es ist auch der erste Schritt zur Heilung. Denn wenn du mit der Arbeit mit dem Kind in dir anfängst, kannst du auch nach und nach Verletzungen oder schlechte Erfahrungen aufarbeiten. Und so gehts:

1. Setze dich auf ein Kissen und lehne dich an die Wand. Die nächsten Minuten solltest du ungestört sein.

2. Schließ die Augen, wenn du magst. Lege deine Hände auf deine Knie. Die Handflächen können nach oben oder unten zeigen – so, wie es sich für dich gut anfühlt.

3. Frage dich still, wann du dich als Kind allein gefühlt hast. Erinnere dich an Situationen, in denen es so war. Hast du traumatische Dinge erleben müssen? Erinnere dich an diese Situation und an die Gefühle, die du währenddessen hattest, aber betrachte diesen Moment nur als Außenstehende*r.

4. Stell dir vor, wie du langsam auf das Kind zugehest, es ansiehst, und du dich zu ihm setzt. Vielleicht legst du ihm eine Hand auf die Schulter.

5. Schau dir das Kind an und sage laut: Du bist nicht allein. Ich bin für dich da. Es tut mir leid, dass du dich allein gefühlt hast. Ich danke dir, dass du dennoch zu einem so starken Menschen geworden bist. Ich liebe dich.

6. Schaue dir das Kind weiterhin leise an, ohne etwas zu sagen. Spüre die Wirkung deiner Worte.

7. Lege dir beide Hände auf dein Herz. Spüre die Wärme und atme noch einige weitere Male bewusst ein und aus.

8. Öffne nun langsam deine Augen und komme wieder zu dir. Wiederhole diese Übung, wann immer dir danach ist – das Kind wartet auf dich.

Beginne jetzt damit, dein inneres Kind zu heilen! Lass dich dabei von den professionellen Coaches von Aurea beraten.