Gefühle & Mindset

"Ich bin verzweifelt": Wenn dich der Mut verlässt

Du bist verzweifelt und siehst absolut keinen Weg aus deiner aktuellen Situation? Dann bist du hier richtig. Wir gehen darauf ein, wie sich tiefe Verzweiflung anfühlt, wie sie sich von einer Depression unterscheidet und welche Strategien du anwenden kannst, um aus deinem Tief wieder herauszukommen.

Grafik: Eine Frau ist verzweifelt
Foto: iStock/Ponomariova_Maria

Verzweiflung: So fühlt sie sich an

Das Gefühl, dass man in einer Situation nicht mehr weiterweiß, Geldsorgen hat oder die Gedanken voller Zweifel sind, kennen viele. Das ist erst einmal eine sinnvolle Reaktion deiner Gedanken und Gefühle – diese Reaktion hilft dir nämlich dabei, Situationen erst einmal zu hinterfragen und aus der Unsicherheit wieder eine neue Sicherheit zu gewinnen. Aber hast du schon einmal echte Verzweiflung erlebt? Wenn du denkst: Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende, es gibt keinen Ausweg mehr? Wenn du absolute Hoffnungslosigkeit und Bodenlosigkeit fühlst? Wenn dich die Ängste vor der Zukunft förmlich auffressen? Wenn du dich an jeden Strohhalm klammern würdest, der auch nur den geringsten Funken Hoffnung verspricht? Dann hast du vermutlich schon einmal tiefe Verzweiflung erlebt oder verspürst sie sogar jetzt gerade.

Du fühlst all das jetzt grade? Sprich mit uns, wir sind für dich da und helfen dir aus deiner Situation heraus. Vereinbare jetzt ein Gespräch.

Bevor wir weitermachen, ein kleiner Funken Zuversicht von uns: Es geht irgendwann aufwärts und es gibt immer einen Weg. Es mag dir noch so stumpf erscheinen, diesen Satz zu hören, aber er ist wahr. deine ganze Welt kann jetzt gerade auf dem Kopf stehen, aber eines Tages wirst du zurückblicken und einen Sinn darin erkennen können.

So erkenne ich eine akute Depression

Wenn du verzweifelt bist, dich völlig hoffnungslos fühlst und vielleicht sogar den Lebensmut verlierst, kann es sein, dass du eine akute psychische Krise oder Lebenskrise hast. Lebens- und Sinnkrisen sind sehr hart und eine schwere Herausforderung für jeden. Und doch gehören auch sie zum Leben dazu wie unsere Höhen und Hochphasen. Es kann aber auch sein, dass deiner akuten Krise eine Depression zugrunde liegt. Depressionen gehen über unser „normales“ Gefühlsleben noch einmal weit hinaus und werden nicht umsonst als ernstzunehmende Krankheit eingestuft.

Eine akute Depression erkennst du meist daran, dass du eine dauerhaft gedrückte Stimmung hast, die häufig zudem noch mit Erschöpfungs-Symptomen einhergeht. Vor allem wenn du merkst, dass Dinge, die dir sonst Freude machen, plötzlich sinnlos wirken, kannst du von einer Depression betroffen sein. Ob du wirklich darunter leidest, findet ein Arzt oder Psychotherapeut jedoch am besten heraus. Dieser kann dir die richtigen Fragen stellen, dich untersuchen und ermitteln, ob Anzeichen für eine Depression bestehen. Solltest du diesen Verdacht haben, suche dir unbedingt Hilfe.

Auch wir sind für dich da. Suche dir noch heute eine*n Berater*in aus und vereinbare dein persönliches und – wenn du möchtest – anonymes Gespräch.

Teste Deine Verzweiflung – macht das Sinn?

Wenn du verzweifelt bist, ist dir wenig geholfen, wenn du im Internet einen Test dazu durchführst. Wenn du eine tiefe Verzweiflung verspürst, ist das Grund genug, aktiv etwas dagegen zu unternehmen und dir möglicherweise Hilfe zu suchen. Ein stark verzweifelter Mensch leidet aber nicht selten an einer Depression. Hier kann es durchaus Sinn machen, einen Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe durchzuführen. So hast du für dich eine schnelle Ersteinschätzung, ob bei dir möglicherweise eine Erkrankung vorliegt.

Wenn du absolut nicht mehr weiterweißt

Du denkst dir: Ich bin verzweifelt, ich weiß nicht mehr weiter, was kann ich nur tun? Vielleicht leidest du so sehr, dass du nicht mehr weiterleben willst und keinen weiteren Tag mehr erträgst? Dann ist es wichtig, dass du eine direkte Hilfe bekommst und mit jemandem darüber sprechen kannst, der einschätzen kann, was du gerade durchmachst. Unter der Suizid-Präventions-Hotline 0800/111 0 111 oder der 0800/111 0 222 findest du kostenlose Hilfsangebote, die du jetzt unbedingt wahrnehmen solltest. Deine erste Hilfe ist nur einen Griff zum Telefonhörer entfernt.

Und auch wir sind jederzeit für dich da und haben ein offenes Ohr. Sprich noch heute kostenlos mit unseren Berater*innen.

Vielleicht geht es dir, wie vielen anderen und du denkst dir: „Die verstehen mich sowieso nicht” oder „Das ist doch erbärmlich, da anzurufen”. Mit dem ersten Gedanken hast du nicht ganz unrecht. Niemand kann zu 100 % in dich hineinsehen und deine Gedanken voll und ganz nachempfinden. Das ist aber auch gar nicht nötig. Die Wahrheit ist nämlich, dass dich in so einer Situation ein Außenstehender besser einschätzen kann als du selbst! Er sieht dich und Deine Gefühle in einem größeren Kontext, während du momentan nur einen kleinen Teil sehen kannst. Und erbärmlich ist so ein Anruf ganz bestimmt nicht – vielmehr wäre es traurig, dir diese Chance entgehen zu lassen.

Wege aus der Ausweglosigkeit

Der Weg aus tiefer innerer Verzweiflung ist nie leicht. Du wirst vielleicht eine längere Reise vor dir haben, an dir arbeiten und einige Hürden meistern müssen. Aber keine Sorge, es gibt viele Wege der Hilfe für verzweifelte Menschen und auch du kannst und wirst für dich den richtigen finden. Im Folgenden siehst du ein paar Ansätze, wie du deiner gefühlten Ausweglosigkeit entkommen kannst:

  1. Akzeptieren: Eine typische erste Reaktion für uns Menschen ist leider die Ablehnung dessen, was wir gerade fühlen. Das ist mehr als verständlich, hilft uns aber nicht weiter. Solange du versuchst, zu flüchten, dir deine Gefühle auszureden oder alles ignorierst, kannst du nicht zum nächsten Schritt kommen: Dem aktiven Gegensteuern. Akzeptiere also, dass alles so ist, wie es gerade ist. Jeder Mensch hat Fehler und Schwächen und jedes Leben ist von Höhen und Tiefen geprägt. Wenn dir die Gefühle Angst machen, versuche, dich ihnen ganz vorsichtig und schrittweise zu stellen und sie in dein Leben zu lassen. Das bringt übrigens auch viel mehr Frieden in dein Leben.

  2. Hinsehen: Unser Gehirn ist unheimlich gut im Ängste schüren und Schwarzsehen. Doch ist die Situation wirklich so aussichtslos, wie es dir vorkommt? Nimm dir Zeit, verschaffe dir einen Überblick über die Situation und sammle Informationen, wie du die Ausweglosigkeit deiner Situation überwinden könntest. Also, auch wenn es dir vielleicht gerade absurd erscheint – erweitere deine Perspektive.

  3. Handeln oder Hilfe? Nun bist du entweder an dem Punkt, dass du immer noch keinen Ausweg siehst oder deine Perspektive ist etwas heller geworden und du hast Ansätze gefunden, die du angehen kannst. Trifft ersteres auf dich zu, solltest du Hilfe suchen. Sich Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, es beweist Verantwortung! Sprich mit Mitmenschen, die dir Halt geben und denen du vertraust. Vielleicht bist du auch psychisch sehr geschwächt oder leidest an einer Depression: Dann ist es wichtig, dass du den ersten Schritt zum Therapeuten oder Psychiater gehst. Es gibt viele Situationen, denen man alleine einfach nicht gewachsen ist. Denn: Menschen sind in der Regel keine Helden, sondern einfach Menschen.

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