Liebe und Beziehung

Bindungsangst überwinden – wie lerne ich, erneut zu vertrauen?

Hast du Bindungsangst? Wenn du unter dieser psychischen Störung leidest, erscheinst du auf andere oft distanziert und hast Angst vor Nähe und einer festen Beziehung. Mit unserem Ratgeber findest du einen Einstieg ins Thema, um deine Bindungsangst überwinden zu können.

Bindungsangst Hände werfen Schatten
Bei Bindungsangst ist der erste Schritt oft der schwerste. Foto: iStock/Svetlanais

Ursachen von Bindungsangst

Bindungsangst ist eine psychische Störung, die durch Ängste vor emotionaler oder körperlicher Nähe entsteht. Oft wirken Menschen mit Bindungsangst distanziert und haben Angst vor Kontakten und einer festen Bindung. Das kann dazu führen, dass man sich in einer festen Partnerschaft unwohl fühlt und die Beziehung deshalb beendet. Die Bindungsangst zu überwinden, ist nicht einfach, aber möglich. Sie lässt sich durch Therapien, Medikamente oder Selbsthilfegruppen behandeln.

Es gibt eine Reihe möglicher Auslöser, sodass es schwierig sein kann, eine einzige Ursache auszumachen. Je nach individueller Persönlichkeit kann die Bindungsangst durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Frühere Erfahrungen des Verlassenwerdens oder der Zurückweisung

  • Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen

  • Mangel an Selbstvertrauen

  • Genetische Anlagen

  • Charakterliche Grundlagen

Unabhängig von der Ursache kann Bindungsangst sehr zerstörerisch für Beziehungen sein. Menschen mit Bindungsangst haben oft Schwierigkeiten, enge Bindungen einzugehen und neigen dazu, ihren Partnern gegenüber übermäßig kritisch zu sein. Sie können auch schnell wütend werden und sich emotional zurückziehen, wenn sie sich bedroht oder zurückgewiesen fühlen. Bleibt die Bindungsangst unkontrolliert, kann sie noch weiter außer Kontrolle geraten und selbst die vielversprechendsten Beziehungen zerstören. Bindungsangst ist eine ernsthafte Störung, die oft mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen oder Essstörungen einhergeht. Sie betrifft sowohl Männer als auch Frauen.

Wenn du vermutest, dass du unter Bindungsangst leidest, gibt es Hilfe. Die Bindungsangst zu überwinden ist möglich, aber es erfordert Zeit und Geduld. Wende dich an einen Freund oder ein Familienmitglied, mit dem du sprechen kannst. Du kannst aber auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Einen schnellen und einfachen Zugang zu Expert:innen auf diesem Gebiet findest du zum Beispiel bei Aurea.

Die unterschiedlichen Bindungstypen

Die bekannte Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth hat Bindungen zwischen Eltern und Kindern klassifiziert. Ihre Studien über die Bedeutung für die emotionale Entwicklung sind auch heute noch einflussreich in der Psychologie. Anhand der Bindung zwischen Mutter und Kind hat Ainsworth verschiedene Beziehungstypen unterschieden. Dabei war das Kind mit einer fremden Person und der Mutter in einem Raum. Dann hat die Mutter den Ort verlassen. Die Reaktion des Kindes gab Aufschluss darüber, was für eine Bindung zugrunde liegt. Abschließend wurde auch das Verhalten berücksichtigt, wenn die Mutter wieder zurückkehrte.

Wenn du die verschiedenen Bindungstypen verstehst und erkennst, kannst du wertvolle Einsichten für dein Verhalten gewinnen. Darüber hinaus ermöglichen dir die Erkenntnisse die Analyse deiner Mitmenschen und helfen dir, ein größeres Verständnis für sie aufzubringen. Es werden vier Bindungstypen unterschieden:

  • Bindungstyp A: Die unsicher-vermeidende Bindung. Der Bindungstyp A ist gekennzeichnet durch eine unsichere, vermeidende Bindungsstruktur. Personen mit diesem Bindungsverhalten tendieren dazu, emotionale Nähe zu anderen Menschen zu vermeiden. Menschen vom Bindungstyp A zeigen ihre Gefühle nicht offen und haben oft ein negatives Selbstbild, obwohl sie von außen betrachtet sehr selbstbewusst wirken.

  • Bindungstyp B: Die sichere Bindung. Die sichere Bindung ist durch eine hohe emotionale Stabilität gekennzeichnet und entsteht, wenn ein Mensch von Geburt an seine Bedürfnisse befriedigen kann. Dieser Bindungstyp fühlt sich in der Sicherheit einer Beziehung geborgen und vertraut anderen Menschen.

  • Bindungstyp C: Die unsicher-ambivalente Bindung. Menschen mit diesem Bindungsverhalten sind in ihrer emotionalen Ausrichtung unsicher und ambivalent. Unter ambivalent verstehen wir in diesem Zusammenhang, dass die Person widersprüchliches Verhalten an den Tag legt. Mal sind sie liebevoll und genießen die Nähe zu Menschen, aber andere Male sind sie abweisend und distanziert.

  • Bindungstyp D: Die unsicher-desorganisierte Bindung. Die Bindung des Bindungstyps D ist gekennzeichnet durch eine unsichere, desorganisierte Bindung. Menschen mit diesem Typ sind in ihrer emotionalen Ausrichtung stark verunsichert und reagieren oft verwirrt oder ängstlich auf Nähe. Dieser Bindungstyp zeichnet sich durch widersprüchliches Benehmen mit Stimmungsschwankungen bis hin zur Aggression aus. Es findet ein fortlaufendes Verhalten von Nähe/Distanz statt.

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Bindungsangst überwinden

Siehst Du Dich als Bindungstyp A, C oder D? Dann liegt bei dir vielleicht eine Bindungsangst aus der Kindheit oder aufgrund von anderen schlechten Erfahrungen vor. Es ist nicht einfach, sie zu überwinden, aber es ist möglich und lohnend!

Wenn du deine Bindungsangst überwinden möchtest, musst du zuerst einmal verstehen, was das überhaupt ist. Es handelt sich um eine Angst vor Nähe und Intimität. Menschen mit Bindungsangst fühlen sich oft unwohl in einer engen Beziehung und vermeiden Bindungen. Deshalb beschließen viele Betroffene, dass sie keine Beziehung eingehen möchten.

Es ist wichtig, dass du dir Hilfe suchst, um die größtmöglichen Erfolgschancen zu haben. Mit der richtigen Stütze kannst du lernen, wie du deine Bindungsangst überwinden kannst. Stärkere oder bereits lange bestehende Bindungsangst kann zum Beispiel mit Psychotherapie geheilt werden. Doch nicht immer ist eine langwierige Therapie notwendig.

Auch unsere Berater:innen können dich umfangreich unterstützen. Suche dir dazu am besten einen Coach, der Erfahrung mit dieser Problematik hat. Bindungsangst ist eine verbreitete Störung und es gibt viele Ratgeber, Coaches und Therapeuten, die Bindungsangst behandeln können.

Wie kann ich mit Bindungsangst in der Partnerschaft umgehen?

Es gibt ein paar Dinge, die du tun kannst, wenn du mit Bindungsangst und Angst vor Nähe zu kämpfen hast. Zunächst solltest du analysieren und verstehen, was zu deiner Angst beiträgt. Wie fühlst du dich, wenn du mentale oder körperliche Nähe zulässt? Warum kommt dieses Gefühl auf? Frühere Erfahrungen, ein geringes Selbstwertgefühl oder das Gefühl, dem Partner nicht das zu geben, was er braucht, sind berechtigte Sorgen. Solche Zweifel teilst du mit vielen anderen Menschen und sie sind keineswegs lächerlich. Eine feste Partnerschaft trotz Bindungsangst zu stabilisieren, ist gar nicht so schwer. Suche dir gemeinsame Interessen mit deinem Partner oder deiner Partnerin und spreche offen über deine Sorgen und Ängste. So sicherst du ein respektvolles Miteinander und eine engere Bindung, was eine Grundvoraussetzung für jede feste Beziehung ist.

Wenn nicht du, sondern dein: Partner:in unter Bindungsangst leidet, kannst du eine hilfreiche Stütze für ihn oder sie sein. Der bindungsängstliche Partner kann sich zu einem Traummann bzw. einer Traumfrau mausern, wenn du Verständnis und Geduld zeigst! Bindungsangst kann eine Partnerschaft stark belasten, aber du kannst deinem Partner bei der Überwindung helfen. Du merkst, dass dein Gegenüber sich plötzlich zurückzieht, sobald es ernster wird? Dann könnte dahinter diese psychische Störung stecken. Überschütte die Person nicht direkt mit Vorwürfen, sondern zeige ihr, dass du sie in einer Beziehung mit dir nicht einschränkst und unterstütze sie bei der Suche nach einem geeigneten Coach. Eine Partnerschaft einzugehen ist nicht leicht für Betroffene, auch wenn sie dich lieben.

Wie kannst du Bindungsangst überwinden? Unsere Berater helfen dir dabei

Menschen, die an Bindungsangst leiden, sollten lernen, ihre Ängste zu akzeptieren und sich selbst nicht als minderwertig oder schlecht zu betrachten. Versuche, deine Angst vor Nähe und Intimität zu verstehen. Sobald du deine Störung besser einschätzt, kannst du wunderbar an dir arbeiten und sie mit den richtigen Techniken steuern. Wenn du an einer festen Bindung interessiert bist, aber Angst vor dem Verlust der Freiheit hast, dann verraten wir dir wertvolle Tipps. Mithilfe unserer professionellen Beratung kannst du deine Bindungsangst angehen und durch Gespräche, Meditationen, Reflexionen und viele weitere Methoden zu dir selbst finden. Andere Menschen nach Rat zu fragen, ist kein Ausdruck von Schwäche, sondern zeigt, dass du Verantwortung übernehmen kannst. Bindungsangst zu überwinden ist zwar manchmal ein schwieriger Prozess, aber danach wirst du dich viel besser fühlen und ein glücklicheres Leben genießen!

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