Gefühle & Gedanken

Bin ich depressiv oder traurig?

Phasen des Traurigseins oder der Niedergeschlagenheit kennt jeder – sie gehören ganz natürlich wie die Hochphasen zu unserem Leben in seiner Ganzheit einfach dazu. Völlig anders sieht es bei der seelischen Krankheit Depression aus, die dein Erleben und Sein sehr stark beeinträchtigen kann. Wir zeigen dir, woran du erkennen kannst, ob du depressiv oder traurig bist, und gehen allen wichtigen Fragen zum Thema auf den Grund.

Bin ich depressiv oder traurig?
Ob du depressiv oder traurig bist, können unsere Expert:innen in einem Gespräch herausfinden. Foto: iStock/Ponomariova_Maria

Symptome einer Depression

Die folgenden Anzeichen einer Depression können – wenn sie länger als zwei Wochen bestehen – darauf hindeuten, dass du derzeit unter der Erkrankung leidest:

  • Gedrückte, depressive Stimmung

  • Interessenverlust und Freudlosigkeit

  • Antriebsmangel und schnelle Ermüdbarkeit

Hast du all diese Symptome? Sprich mit unseren Expert:innen – kostenfrei und unverbindlich. Vereinbare jetzt dein erstes Gespräch.

Weitere typische Beschwerden, die damit einhergehen, sind:

  • Verschlechterte Konzentration und Aufmerksamkeit

  • Gemindertes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl

  • Schuld- und Wertlosigkeits-Gefühle

  • Verstärkte Zukunftsängste und „Schwarzsehen”

  • Gedanken und Versuche der Selbstverletzung und Selbsttötung

  • Schlafstörungen

  • Mangelnder Appetit

Neben den häufigen psychischen können auch körperliche Symptome auftreten, wie z. B:

  • Magen- und Darmprobleme

  • Schwindel

  • Luftnot

  • Schmerzen

Depression: Schnelltest

Um eine Depression festzustellen, ist grundsätzlich ein Arzt oder Psychotherapeut erforderlich, der anhand seiner Erfahrungen und Methoden feststellen kann, ob eine depressive Episode oder Depression vorliegt. Für eine Ersteinschätzung kannst Du jedoch den folgenden Depressions-Test anwenden, der zwei entscheidende Fragen umfasst:

  1. Hast du dich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos gefühlt?

  2. Hattest du im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die du sonst gerne tust?

Beantwortest du beide Fragen mit ja, solltest du dich an einen Arzt oder Psychotherapeuten wenden. Aber keine Sorge, die Chancen stehen gut, dass Dir geholfen werden kann. Und es gibt noch eine gute Nachricht für dich: Wenn man Hilfe in Anspruch nimmt, hat jede Depression irgendwann auch ein Ende.

Auch unsere Expert:innen sind immer für dich da. Egal ob du traurig oder depressiv bist – gemeinsam im Gespräch findet ihr eine Lösung für deine Situation. Finde jetzt passende Coaches.

Depression oder depressive Episode?

In der Psychotherapie unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Arten von Depression: Einer depressiven Episode und einer lang andauernden Depression. Man spricht von depressiven Episoden, wenn die depressiven Symptome länger als 2 Wochen und anhaltend bestehen. Dabei kann die Schwere unterschiedlich ausgeprägt sein und die Verlaufsdauer ist variabel – durchschnittlich geht sie vier bis sechs Monate lang. Bestehen die Beschwerden länger als zwei Jahre, wird von einer andauernden Depression gesprochen.

Die richtige Hilfe finden

Mit einer Depression ist nicht zu spaßen. Wenn du merkst, dass etwas nicht stimmt und dein Leben plötzlich scheinbar nicht mehr das gleiche ist, solltest du dir Hilfe suchen. Hier sollte ein Arzt oder Psychotherapeut deine erste Anlaufstelle sein. Dieser kann dich ausführlich befragen – oft auch mithilfe von Fragebögen – und im Gespräch herausfinden, ob du an einer Depression erkrankt bist und wie stark diese ausgeprägt ist. Auch körperliche Untersuchungen sind hier wichtig, da eine Depression auch physisch verursacht sein kann. Leider müssen viele bei Terminen mit einem Psychotherapeuten mit langen Wartezeiten rechnen – für dich sicher eine unschöne Vorstellung, wenn du akut leidest. Aber keine Sorge: Wir zeigen dir im nächsten Punkt, wie du die Zeit überbrücken und eine laufende Behandlung zusätzlich unterstützen kannst.

Selbsthilfe bei Traurigkeit

Hast du eine Depression, fällt dir alles sehr schwer und Kleinigkeiten können zu einer Riesenhürde werden. Als erstes musst du also für dich akzeptieren, dass du nun gewissermaßen „im Krankenstand” bist und einfach nicht die gleiche Leistung erbringen kannst wie andere. Das ist überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil: Schlimm wäre es, wenn du von dir selbst Unerreichbares verlangst. Hier sind ein paar Tipps, was du tun kannst, wenn du depressiv oder traurig bist.

  • Sport und Bewegung: Diese kleine Wunderwaffe bei Depressionen kann Dich effektiv unterstützen. Das wichtigste dabei: Überfordere dich nicht. Wenn dir das Laufen schwerfällt, mache jeden Tag einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Oder setz dich aufs Fahrrad und fahre eine Runde. Ergänzend könntest du auch ein paar einfache Gymnastik-, Dehn- oder Yogaübungen zu Hause machen.

  • Kleine Aktivitäten und Erfolge: Wenn du traurig oder depressiv bist, können kleine Aktivitäten Deiner Stimmung schon ein bisschen helfen. Und selbst wenn nicht: Du tust dir Gutes, anstatt dich zu Hause zurückzuziehen, wo es eher schlimmer werden kann. Ein kleiner Anruf bei einem Freund, ein Termin beim Friseur oder ein selbstgekochtes Essen sind schon tolle Erfolge, die du dir aktuell hoch anrechnen kannst.

  • Aussprechen: In einer Depression wirst du mit Gefühlen und Empfindungen konfrontiert, die dich ganz schön überfordern können. Öffne dich gegenüber jemandem, dem du vertraust, besuche eine Selbsthilfegruppe oder rufe die Telefonseelsorge an. Wenn du dich aussprechen kannst, machst du dein Erleben greifbarer und fühlst dich nicht mehr so allein (wie es typisch bei einer Depression ist).

Gefühle zulassen

Eine typische Reaktion, wenn man eine Depression erlebt, ist häufig diese: Man versucht die Gefühle „zu überwinden”, auszublenden oder sich ständig abzulenken. Das ist keine gute Idee, da eine Depression auch aus unterdrückten Gefühlen entstehen kann. Übe dich darin, anzunehmen, was du gerade fühlst und MIT diesen Gefühlen aktiv zu werden. Das gibt dir eine weit liebevollere Perspektive auf dich selbst und lässt dich realistisch handeln. Dabei solltest du unbedingt verinnerlichen, dass jedes Gefühl, das du hast, erst einmal seine Berechtigung hat. Es gibt nichts, wofür du dich schämen musst! Im Gegenteil: Deine Gefühle geben dir sehr wertvolle Informationen über deinen Ist-Zustand. Eine der wichtigsten Lehrstunden, die eine Depression für dich bereithält, ist es, dich selbst anzunehmen und nicht zu unterdrücken oder zu verleugnen. Das braucht Zeit, aber es lohnt sich!

Wann ist jemand depressiv oder nur traurig?

Bin ich depressiv oder traurig? Was im Volksmund „depressiv” genannt wird, hat meist wenig mit einer Depression zu tun. Eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit, die häufig dein gesamtes Erleben und Wesen beeinträchtig und starken Einfluss auf deinen Alltag hat. Hast du länger als zwei Wochen eine gedrückte Stimmung und keine Freude mehr an Deinen Aktivitäten und Interessen, ist eine Depression möglich. Auch ein tiefes Erschöpfungsgefühl bzw. Kraftlosigkeit gehen meist mit einer Depression einher – hinzu kommen meist Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Woran erkenne ich, ob ich nur traurig oder depressiv bin?

Eine Depression überhaupt zu erkennen, ist gar nicht so einfach – viele Depressive wissen selbst nicht, dass sie depressiv sind, weil sie vielleicht gar nichts mehr fühlen. Ob du wirklich depressiv oder eher traurig bist, kann ein Psychotherapeut erkennen. Im ersten Schritt kannst du auch mit unseren Berater:innen ein unverbindliches Gespräch führen. Sie geben die wertvolle Tipps, wie du mit deinen Gefühlen umgehen kannst.

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