Traditionen aus fernen Ländern

Ayurveda: Ernährung, Regeln und Typen der indischen Lehre

In Indien schwört man seit Tausenden Jahren auf die Lehre des Ayurveda und die positive Wirkung der Ernährung auf unsere Gesundheit. Doch wie lässt sich die indische Heilkunst anwenden? Was sollte man beachten und was hat es mit den Doshas auf sich? Finde heraus, welcher Ayurveda Typ du bist und welche Lebensmittel zu dir passen.

Ayurveda: Goldene Milch und Gewürze
Im Ayurveda wird viel Wert auf die Heilkraft von Kräutern und Gewürzen gelegt. Goldene Milch ist ein Beispiel. Foto: iStock/Rocky89

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Ayurveda?

Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst, die aus Indien stammt, und bereits seit tausenden Jahren angewandt wird. Das Wort setzt sich aus den Teilen Ayuh (Leben) und Veda (Wissenschaft) zusammen. Auch in anderen Ländern wird diese ganzheitliche Lehre geschätzt und praktiziert. Besonders spannend: Ayurveda Experten verknüpfen das Wissen der indischen Naturheilkunde mit den Erkenntnissen der westlichen Medizin. So beinhaltet die Therapie die Kräuterheilkunde, die Manualtherapie, Massagen sowie eine individuelle Ernährungsberatung. Ob Asthma, Ekzeme, Diabetes oder Lebensmittelunverträglichkeiten: Oftmals leiden die Patienten unter chronischen Beschwerden, die sie durch Medikamente oder konventionellere Therapiemethoden nicht heilen konnten.

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Die Grundpfeiler im Ayurveda bilden zum einen die fünf Naturelemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Raum. Eine besondere Rolle kommt zudem den Lebensenergien, die so genannten Doshas zu. Sie sind mit den Naturelementen verknüpft und gliedern sich in:

  • Vata

  • Pitta

  • Kapha 

Sie sind verantwortlich für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wichtig ist es daher, dass die Doshas im Gleichgewicht sind und die Lebensenergien im Fluss sind. Ist dies nicht der Fall, kann es zu Erkrankungen und körperlichen Beschwerden kommen.

Die Doshas und ihre Eigenschaften

Bei einer Ayurveda Therapie wird zunächst ermittelt, welche der drei Doshas bei einem Menschen sehr dominant sind – und wo es Dysbalancen gibt. Dazu ist es wichtig zu verstehen, welche Eigenschaften die Doshas haben und wie sie mit den Naturelementen zusammenhängen.

Vata: Die Lebensenergie

Vata vereint die Elemente Luft und Raum. Typische Anzeichen für ein Ungleichgewicht sind Verstopfung und Arthrose.

Pitta: Stoffwechsel & Verdauung

Das Pitta Dosha ist mit Feuer und Wasser verbunden und wird biochemischen Prozessen, wie Stoffwechsel und Verdauung, zugeordnet. Ein Ungleichgewicht kann sich durch Hauterkrankungen, Rötungen, Ekzemen und Entzündungen äußern.

Kapha: Struktur & Wachstum

Das Kapha Dosha setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen und steht für Gelenkigkeit, Struktur und Wachstum. Eine Dysbalance kann Schwellungen, Tumore oder Übelkeit zur Folge haben.

Die Prinzipien der Ayurveda Ernährung

Vielleicht kennst du das Zitat „Let food be thy medicine and medicine thy food“ von Hippocrates. Übersetzt bedeutet das so viel wie: Lass Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung. Im Ayurveda ist dies eines der Grundprinzipien – denn die Ernährung spielt im Ayurveda eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, durch die Wahl naturbelassener, möglichst pflanzlicher und typgerechter Nahrungsmittel, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Doshas in Balance zu bringen. Was kompliziert klingt, folgt klaren Regeln und lässt sich leicht in den Alltag integrieren.

Die richtige Ernährung für deine Lebenssituation zu finden, kann überfordernd werden. Sprich mit unseren Expert:innen und erhalte eine ganzheitliche Beratung, die auf dich abgestimmt ist.

Ayurvedische Ernährung: Die Grundregeln

Befolgst du die folgenden Ayurveda Regeln, kannst du deiner Gesundheit schon sehr viel Gutes zun. Es sind Grundsätze, die in der indischen Heilkunst als Ernährungsfundament gelten. Den Feinschliff erreichst du, indem du dich entsprechend deines individuellen Ayurveda Typs ernährst.

  • Getränke: Starte den Tag mit einem Glas warmen Wasser, gefolgt von Gewürz- und Kräutertees über den Tag verteilt.

  • Gewürze: Aufgrund ihrer heilenden, teils antibakteriellen und verdauungsfördernden Wirkung, spielen sie eine große Rolle und sollten großzügig verwendet werden. Die wichtigsten Ayurveda Gewürze sind Nelken, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Muskat, Pfeffer, Safran und Zimt. 

  • Achtsamkeit: Nimm dir Zeit für dein Essen, kaue sorgfältig, koche mit Liebe und iss nur, wenn du hungrig bist.

  • Mahlzeiten: Nimm regelmäßig drei warme Mahlzeiten am Tag zu dir, jeweils mit mindestens vier Stunden Pause. Verzichte auf Snacks und meide zu kalte, säurehaltige, stark verarbeitete oder schwer verdauliche Speisen. Verzichte auf Alkohol, Fleisch und Rohkost. Gönne deinem Körper mindestens 12 Stunden Pause zwischen Abendessen und Frühstück. Das fördert eine gesunde Verdauung, die im Ayurveda das A und O ist. 

  • Ayurveda Typen: Das Wichtigste ist es, sich nach dem individuellen Dosha zu ernähren und Mahlzeiten entsprechend des persönlichen Ayurveda Typs zu gestalten.

  • Frühstück: Um das Verdauungsfeuer in Gang zu bringen, sind warme Speisen (Porridge, Hirsebrei) zu bevorzugen 

  • Mittagessen: Hier brennt das Verdauungsfeuer am stärksten, weshalb proteinreiche Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Tempeh) sich gut eignen

  • Abendessen: Eine leichte und warme Mahlzeit, wie eine Suppe, ist ein idealer Abschluss

Die drei Ayurveda Typen im Überblick

Nun wird es spannend! Welcher Ayurveda Typ bist du? Obwohl jeder Mensch alle drei Doshas in sich trägt, ist eines der drei in der Regel besonders stark ausgeprägt. Oder bist du ein Mischtyp, bei dem zwei Doshas dominieren? Auch das kann sein. Ziel ist es in jedem Fall, alle drei Energien auszubalancieren – unter anderem mit einer typgerechten Ernährung.

Der Vata Typ im Ayurveda: Flexibilität & Enthusiasmus

Vata steht im Zeichen von Luft und Raum, was Menschen mit diesem Dosha viel Kreativität, Enthusiasmus und Spontanität verleiht. Vata Typen lieben Bewegung und Action, werden aber auch schnell nervös, was zu Schlafproblemen und innerer Unruhe führen kann.

Bevorzugen: Regelmäßige Mahlzeiten, achtsames Essen und warme Speisen. Weniger blähende Lebensmittel, wie Kohl, Hülsenfrüchte und Käse.

Der Pitta Typ im Ayurveda: Feuer & Hitzigkeit

Pitta Typen zeichnen sich vor allem durch das Element Feuer aus, was sich an ihrer hitzigen Art bemerkbar macht. Sie lieben Bewegung, tendieren aber auch zum Extremen. Zudem gelten Pitta Menschen als sehr strukturiert, logisch und fokussiert veranlagt, neigen aber auch zu Gefühlsausbrüchen und Schlafproblemen. Bluthochdruck, Magengeschwüre oder entzündliche Hautkrankheiten können sich bemerkbar machen.

Bevorzugen: Milde Speisen und Gewürze, um das Feuer nicht unnötig aufzuheizen. Wenig Koffein und keine heißen Speisen.

Der Kapha Typ im Ayurveda: Ruhe & Erdung

Kapha Typen zeichnen sich durch Gelassenheit und Gleichgewicht aus, sie haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis und lieben feste Gewohnheiten. Veränderungen mögen sie ebenso wenig wie Bewegung – gutes Essen dafür umso mehr. Dies kann zu Übergewicht, Diabetes und Trägheit führen. 

Bevorzugen: Scharfe Gewürze, wie Ingwer, Kurkuma und Chili heizen das Verdauungsfeuer an – ebenso wie ein warmes Porridge mit Obst am Morgen. Viel Gemüse und leichte Speisen sind ideal, aber keine Rohkost. 

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