Mindset & Leben

Wenn der Antrieb fehlt – was tun bei Antriebslosigkeit?

Müde oder lustlos zu sein, das kennt jeder. Hält dieses Gefühl länger an, ist das für Betroffene äußerst belastend. In diesem Ratgeber erfährst du mehr über die Ursachen von Antriebslosigkeit, mögliche Auslöser und was du dagegen unternehmen kannst.

Frau ist auf dem Sofa antriebslos
Antriebslosigkeit kann viele Ursachen haben Foto: iStock/DaniloAndjus

Ständige Müdigkeit: Das könnte die Ursache sein

Es gibt zahlreiche Gründe für Antriebslosigkeit. Die genaue Ursache für die Lustlosigkeit zu kennen, kann dir dabei helfen, die Müdigkeit und Lustlosigkeit effektiv zu bekämpfen. Das ist nicht immer einfach. Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Überlege deswegen genau, wann die Antriebslosigkeit angefangen hat und wann sie besser oder schlimmer ist. Hier kann es hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen oder mit einem Profi zu sprechen.

Körperliche Ursachen für Antriebslosigkeit: Nährstoffmangel

Zu den häufigsten Auslösern für Antriebslosigkeit gehört ein Vitamin- und Nährstoffmangel durch falsche Ernährung. Fehlen dem Körper wichtige Bauteile für seine Organe und den Stoffwechsel, äußert sich das häufig in Form von Müdigkeit. Am häufigsten sind dabei Eisenmangel, zu wenig Folsäure oder ein Mangel an Vitamin B12. All diese Nährstoffe sind an der Bildung von Blut beteiligt. Bei zu wenig davon sinkt der Blutdruck und die Organe im Körper sind schlechter mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind Müdigkeit, eine geringe Leistungsfähigkeit und Konzentrationsprobleme.

Vor allem in der kalten Jahreszeit kann auch ein Vitamin-D-Mangel Antriebslosigkeit verursachen. Eine ausgewogene Ernährung reicht nicht aus, um den Körper ausreichend mit diesem Nährstoff zu versorgen. Die wichtigste Quelle ist die Vitamin-D-Produktion in der Haut. Dafür brauchst du jedoch die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung. Einerseits sind Menschen im Winter weniger draußen – und falls doch, dann meist dick angezogen. Andererseits liefert die tiefstehende Wintersonne weniger UV-Strahlung. Beides zusammen sorgt häufig für einen saisonalen Vitamin-D-Mangel, der eine Ursache von Antriebslosigkeit sein kann.

Psychische Ursachen für Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit gehört zu den häufigsten Symptomen, die bei einer Depression auftreten. Sie tritt häufig kombiniert mit einer sogenannten Anhedonie auf. Das ist die Unfähigkeit, Freude und Lust zu fühlen. Wenn sowieso nichts mehr Spaß macht, breitet sich unweigerlich eine umfassende Antriebslosigkeit aus. Durch das Nichtstun verstärken sich die Symptome aber zusätzlich und Betroffene landen in einem sich selbst verstärkenden Teufelskreis. Deswegen gilt bei Antriebslosigkeit: Beginne mit Aktivitäten, die dir früher Freude bereitet haben, selbst wenn dir gerade nicht danach ist. Natürlich fällt das schwer, oft bist du im Nachhinein aber doch froh, etwas gemacht zu haben.

Hilfe bei Antriebslosigkeit

Zum Glück gibt es viele wirksame Tipps und Tricks zum Antriebslosigkeit überwinden, mit denen du wieder mehr Schwung in Deinen Alltag bringst. Hält sich die Müdigkeit aber hartnäckig und du kannst dich kaum noch zu etwas aufraffen, solltest du besser professionelle Hilfe suchen. Erster Ansprechpartner in diesem Fall ist dein Hausarzt. Er kann körperliche Ursachen und psychische Erkrankungen, die für wenig Antrieb sorgen, diagnostizieren und behandeln.

Was tun bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit?

Oft hängt Antriebslosigkeit mit einem inaktiven Lebensstil zusammen. Ursprünglich legten Menschen jeden Tag zahlreiche Kilometer auf der Jagd und beim Sammeln von Nahrung zurück. Diese Zeiten sind zwar lange vorbei, unser Körper hat sich aber noch nicht an die neuen Gegebenheiten angepasst. Körperliche Aktivität und Sport setzen eine Vielzahl an Botenstoffen frei, die uns wach und aktiv machen. Dazu gehören einerseits Endorphine, andererseits aber auch Dopamin und Noradrenalin. Viele Studien konnten zeigen, dass ein Sportprogramm ähnlich gut gegen Depressionen hilft wie Antidepressiva. Am besten ist Ausdauersport an der frischen Luft.

Andererseits kann Antriebslosigkeit auch ein Zeichen dafür sein, dass dein Körper und dein Geist dringend eine Pause und Ruhe benötigen. Bist du den ganzen Tag auf den Beinen ist es ganz normal, dass du abends nur noch die Füße hochlegen magst. Indem du über den Tag verteilt immer wieder Pausen und kleine Auszeiten einlegst, verhinderst du, dich vollständig zu verausgaben. So bleibt am Abend mehr Energie für Familie und Freunde. Bist du häufig gestresst, können Entspannungsübungen und Autogenes Training ein gutes Mittel sein, um zur Ruhe zu kommen.

Was tun gegen Antriebslosigkeit?

Nur wenn Du Deinem Körper alle wichtigen Nährstoffe lieferst, laufen alle Prozesse reibungslos ab und du fühlst Dich voller Energie. Eine gesunde Ernährung besteht aus reichlich Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, fettarmen Proteinquellen und hochwertigen Fetten und Ölen. Eine gute Richtlinie sind die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Eine einfache Alltagsregel ist auch: Je bunter dein Teller ist, desto besser.

Was hilft gegen Antriebslosigkeit im Winter?

Niedergeschlagenheit und Müdigkeit in der kalten Jahreszeit hängt vor allem mit fehlendem Sonnenlicht zusammen. Indem du jeden Tag nach draußen gehst, wirst du wacher und aktiver. Am besten eignet sich dafür der Morgen und Vormittag, wenn die Sonne hochsteht. Sobald Licht ins Auge fällt, hemmt das die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Schaffst du es nicht nach draußen, kann eine Tageslichtlampe den gleichen Effekt haben.

Hilft mehr Bewegung an der frischen Luft nicht gegen dein Wintertief, solltest du beim Hausarzt deinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Ist dieser zu niedrig, bekommst du Nahrungsergänzungsmittel, die das Defizit ausgleichen und dir wieder mehr Energie verleihen.

Welche Vitamine helfen bei Antriebslosigkeit?

Es gibt eine Vielzahl an Vitaminen und Nährstoffen, die bei einem Mangel für Müdigkeit und Antriebslosigkeit sorgen. Zu den wichtigsten und häufigsten Kandidaten für ein Defizit gehören:

  • Eisen

  • Folsäure

  • Vitamin D

  • Vitamin B12

Glaubst du, dass deine Antriebslosigkeit die Folge eines Vitaminmangels ist, machst du am besten einen Termin bei deinem Hausarzt. Dieser kann mit einem Blutbild überprüfen, ob und welcher Mangel vorliegt und dir entsprechende Tabletten verschreiben. Da eine Überdosierung ebenfalls schädlich ist, solltest du nicht auf eigene Faust Vitamine schlucken. Langfristig hilft eine Umstellung deiner Ernährung, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Was tun bei totaler Antriebslosigkeit?

Totale Antriebslosigkeit ist immer ein Zeichen für eine schwere körperliche oder psychische Erkrankung. Kannst du dich wirklich zu gar nichts mehr aufraffen, solltest du daher zeitnah einen Termin beim Arzt machen. Schildere ihm Deine Symptome, um den Auslöser für deine Müdigkeit zu finden. Anschließend findet ihr zusammen die passende Therapie, damit du dich wieder fit und voller Energie fühlst.