Mindset & Gefühle

Ich habe Angst vor Ablehnung

Wir fühlen uns geborgen, wenn andere Menschen uns akzeptieren, uns mögen und positiv auf uns reagieren. Das gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, indem es unser Selbstwertgefühl stärkt und uns ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt. Eine Angst vor Ablehnung tut weh und raubt uns diese guten Gefühle.

Frau hat im Büro Angst vor Ablehnung
Angst vor Ablehnung gibt es im Beruf, in der Familie oder im Freundeskreis. Foto: iStock/ljubaphoto

Angst vor Zurückweisung: Das ist die Ursache

Menschen leben in Gruppen zusammen. Aus evolutionärer Sicht sichert dies das Überleben. Nur durch den Schutz der Gruppe und die Fürsorge anderer Menschen hatten wir vor Urzeiten die besten Überlebenschancen. Heute ist das anders. Jeder kann allein leben und für sich selbst sorgen. Dennoch haben wir aufgrund unserer Evolutionsgeschichte eine tiefsitzende Angst vor Einsamkeit und Ablehnung. Beides löst Angstgefühle aus und kann im schlimmsten Fall sogar zu psychischen Problemen führen. Wir fühlen uns isoliert, gemieden und ausgegrenzt. Evolutionär betrachtet, bedeutet dies immerhin unseren Tod – dieser Instinkt ist immer noch in uns verankert, weshalb die Angst vor Ablehnung tief in uns verwurzelt ist.

Woher kommt die Angst vor Ablehnung?

Emotional sehen wir jede Zurückweisung als Todesurteil, als wäre es unser Ende. Dieses Gefühl der unerträglichen Ablehnung stammt aus unserer Kindheit, wo es sehr bedrohlich gewesen wäre, von unseren Eltern abgelehnt zu werden. Damals konnten wir ohne unsere Eltern nicht leben. Wir waren auf sie angewiesen und verließen uns darauf, dass sie sich um uns kümmern. Damals empfanden wir jeden strafenden Blick und jede Zurechtweisung als „tödliche“ Gefahr.

Als Erwachsene können wir zwar auf uns selbst aufpassen und sind weniger von anderen abhängig, aber wir fühlen uns immer noch wie Kinder, die ihren Eltern ausgeliefert sind. Unser inneres Kind befindet sich auf dem Niveau von drei, fünf oder zehn Jahren intellektueller Entwicklung. Es hat immer noch die gleichen Ängste wie damals und es fühlt sich immer noch unsicher. Das liegt daran, dass wir das Kind in uns nicht wissen lassen, dass wir mittlerweile erwachsen geworden sind. Stattdessen tun wir alles, um die Entwicklung zu stoppen. Nachdem unsere Eltern uns bewusst oder unbewusst zurechtgewiesen und kritisiert hatten, akzeptierten wir dieses Urteil.

Wann ist die Angst vor Zurückweisung ein Problem?

Auch wenn wir wissen, dass unsere Existenz in der heutigen Zeit und unserer Gesellschaft sicher ist, haben wir Angst vor Ablehnung und Einsamkeit. Zurückgewiesen zu werden, bereitet Unbehagen. Je weniger du mit diesem Gefühl umzugehen weißt, desto mehr fürchtest du Ablehnung. Dies kann dazu führen, dass du versuchst, anderen zu gefallen und deine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Der Haken an der Sache ist, dass diese Anpassungsversuche ebenfalls zu unangenehmen Gefühlen führen können und durch die Vermeidung von Konflikten die Entwicklung von gesunden Beziehungen behindert werden. Sich der Angst zu stellen und einen bewussten Weg zu finden, damit umzugehen, kann der Schlüssel zur Überwindung dieser Angst vor Zurückweisung sein.

Selbstliebe als erster Schritt

Wenn wir selbstbewusst wirken wollen, müssen wir lernen, uns nicht auf die Meinung anderer zu verlassen. Wenn wir uns ängstlich fühlen und selbstkritisch mit uns umgehen, dann verleugnen wir uns, anstatt uns selbst Mut zu machen. Unsere Gedanken kreisen wie ein Karussell um die Frage: Was werden andere von mir denken? Diese Frage beschäftigt uns immer wieder. Ergebnis: Wir sind in Gegenwart anderer angespannt, nervös und besorgt. Je mehr wir uns schützen, indem wir uns zurückziehen und verstecken, desto mehr werden wir ignoriert und desto mehr fühlen wir uns mit uns selbst schlecht.

Wir haben immer Angst davor, entlarvt zu werden, zu versagen und minderwertig zu sein. Selbst wenn uns jemand Komplimente macht, fühlen wir uns oft bedroht. Wir haben immer Angst vor dem Scheitern. Diese völlige Verleugnung unserer eigenen Bedürfnisse raubt uns den letzten Rest an Selbstwert und Selbstachtung und lässt uns noch mehr gegen uns selbst aufbäumen. Ein Teufelskreis: Wir verleugnen unsere Bedürfnisse aus Angst vor Zurückweisung, was dazu führt, dass wir uns selbst noch mehr verachten und ablehnen.

Doch was bedeutet „Ablehnung“ eigentlich? Tatsächlich ist das Gefühl der Zurückweisung nicht nur individuell unterschiedlich, sondern hängt auch von der Tagesform und vom Lebensabschnitt ab. Wenn wir beispielsweise kritisiert werden, können wir das als Ablehnung auslegen. Oft erleben wir eine besonders schmerzhafte Form der Zurückweisung, wenn jemand eine Liebesbeziehung mit uns beendet.

Unser Verständnis von Ablehnung ist sehr unterschiedlich. Das sollte zum Nachdenken anregen: Das Gefühl der Ablehnung entsteht in uns durch unsere Gedanken und Schlussfolgerungen. Wenn ein Kollege dich kritisiert oder ein Partner die Beziehung beendet, kann das ganz andere Gründe haben, als dass er dich als Person grundsätzlich ablehnt. Wenn du dich in Deiner Art und Weise selbst akzeptierst, nimmt die Angst ab, zurückgewiesen zu werden. Erkenne, dass du liebenswert bist, auch wenn andere Menschen nicht immer positiv auf dich reagieren oder nicht wollen, was du willst. Der beste Weg, deinen eigenen unschätzbaren Wert zu verinnerlichen, besteht darin, dich selbst so zu behandeln, als ob du diesen Wert bereits gespürt hättest. Der Schlüssel dazu ist die Selbstfürsorge.

Positives Mindset als Lösung

Wenn du die Angst vor Ablehnung überwinden willst, musst du dein Selbstwertgefühl aufbauen. Warum hast du Angst, andere zu enttäuschen? Weil du dich selbst unterschätzt. Du denkst, du hast anderen nichts zu bieten, oder noch schlimmer, du hältst dich für einen Verlierer und Unterlegenen, weshalb niemand etwas mit dir zu tun haben will. Solange du schlecht über dich selbst denkst und dich für jede Schwäche kritisierst, hast du Angst, abgelehnt zu werden und Angst, dass andere sich nicht um dich kümmern.

Selbstfürsorge bedeutet, sich um sich selbst zu kümmern und sich Zeit für Körper und Geist zu nehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deine Angst vor Ablehnung zu reduzieren, je nachdem, womit du dich wohlfühlst: Du kannst dein Lieblingsgericht kochen, Sport treiben, meditieren, deine Lieblingsserie schauen und vieles mehr. Selbstfürsorge bedeutet, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen. Sie kann helfen, die Angst vor Zurückweisung sowie unangenehme Gefühle wie Selbsthass zu bekämpfen. Wenn dich Zurückweisung und die Angst vor Ablehnung schmerzt, kannst du dich fragen: Was kann ich jetzt für mich tun? So wirst du wieder zu Kräften kommen und in Zukunft besser mit der Angst vor Zurückweisung umgehen können.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.